Max Schrems ist Jurist, er hat sich auf Online-Recht und Datenschutz spezialisiert. Schon während seines Studiums klagte der Österreicher gegen die Datensammelwut von Facebook. Mit einer NGO kämpft er für den Schutz unserer Privatsphäre im Netz. Ein Vortrag.

Soziale Medien bringen uns auf eine Weise zusammen, wie sich das noch vor recht kurzer Zeit niemand hätte vorstellen können. Doch im Netz geben wir viel von uns preis, oft ohne es zu wollen.

Max Schrems hat es sich zum Ziel gemacht, den großen Spielern Facebook, Google, Apple und Co. klare Grenzen zu setzen, um uns, die User, zu schützen. Er ist Vorsitzender der NGO "noyb", das ist die Abkürzung für "none of your business". Die Organisation setzt sich für den Datenschutz innerhalb der Europäischen Union ein.

"Wenn ich heute ein Smartphone haben will, kann ich mich nur entscheiden, ob meine Daten am Ende bei Google liegen oder bei Apple."
Max Schrems, Jurist

Bekannt geworden ist Max Schrems durch eine Klage gegen Facebook, die er gewonnen hat. Das hat dazu geführt, dass der Europäische Gerichtshof vor vier Jahren das so genannte "Safe-Harbor-Abkommen" für ungültig erklärt hat. Dieses Abkommen hatte es erlaubt, personenbezogene Daten aus der Europäischen Union in die USA zu übermitteln.

"Der Mythos ist immer noch sehr lebendig, dass, wenn du's nicht online stellst, dann ist es nicht da. In Wirklichkeit werden ganz viele dieser Daten hochgerechnet."
Max Schrems, Jurist

In seinem Vortrag erzählt Max Schrems, wie private Internetgiganten und staatliche Behörden mit unseren persönlichen Daten umgehen, und wie wir uns rechtlich dagegen wehren können.

"Soziale Netzwerke sind eigentlich eine gute Idee, es wäre nur ganz nett, wenn ich nicht alles auch noch mit Facebook teilen müsste."
Max Schrems, Jurist

Max Schrems Vortrag hat den Titel "Warum ich Facebook (nicht) verlassen habe". Er hat ihn am 6. Mai 2019 an der Technischen Universität Berlin gehalten, im Rahmen der Ringvorlesung "Internet und Privatheit".