Das Ziel: Kein Essen aus Restaurants soll mehr im Müll landen. Mit der App MealSaver kann man Essen bestellen und es kurz vor Ladenschluss beim jeweiligen Lokal abholen - oft zur Hälfte des Normalpreises.

Weltweit landen 1,5 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll. Jeder Europäer und Nordamerikaner wirft jährlich 115 Kilo Essen weg, schätzt die Uno. Mai Olesen, Umwelt-Ingenieurin aus Dänemark, wollte etwas gegen diese Verschwendung tun. Mit einer App.

"Der Großteil der Reaktionen ist eigentlich positiv. Zwischendurch hat man natürlich auch mal Kandidaten, die davon gar nichts wissen wollen."

Sie zog nach Berlin, gründete ein Start-up und ließ die App MealSaver programmieren. Damit könnt ihr Essen bestellen, das Restaurants am Ende der Tages übrig haben und das sonst im Müll landen würde. Bis zu 40 Prozent der Lebensmittel werfen Gastronomiebetriebe in der Regel täglich weg.

"Es ist nicht erlaubt, Essen zu kaufen, nachdem das Restaurant geschlossen hat. In dem Moment gelten die Reste als Abfall und dürfen nicht verkauft werden. Aber wenn wir die Zeitspanne abpassen, kurz bevor das Restaurant schließt - dann gilt es als Essen zum Mitnehmen."

Mai Olesens Mitarbeiter telefonieren jeden Tag Berliner Restaurants ab. Besonders für Lokalitäten, die Brunch- oder All-you-can-eat-Buffets anbieten, eröffnet die App eine gute Alternative. Denn besonders bei Buffetangeboten ist es für die Gastronomen schwer abzuschätzen, wie viel Essen sie kochen müssen, damit so wenig wie möglich übrig bleibt.

130 Berliner Restaurants sind schon dabei

130 Restaurants gewann das Start-up schon für sein Konzept. Jeden Tag kommen weitere sechs bis sieben neue Läden dazu. Allerdings gibt es immer noch Restaurantbesitzer, die kein Interesse daran haben, Lebensmittel vor dem Müll zu bewahren. Andere wiederum kooperieren mit den Tafeln, die das Essen an Bedürftige weitergeben.

"Letztlich hoffe ich, dass es uns irgendwann nicht mehr geben wird. Weil wir mit dazu beigetragen haben, dass gar kein Essen mehr weggeworfen wird. Das ist unsere Idee."

Einen Euro verdient das Kleinunternehmen an jedem verkauften Essen. Das meiste Geld steckt Mai in die Finanzierung von kompostierbaren Transportboxen - denn auch in dieser Hinsicht denkt sie umweltbewusst. Im Moment wird sie noch von einem Fond für soziale und nachhaltige Unternehmen finanziell unterstützt. Sie hofft aber, dass MealSaver so bald wie möglich auf eigenen Beinen stehen kann.