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Werbung kennzeichnen, Lizenz erwerben - wenn ihr auf Youtube, Instagram oder einer eigenen Seite Inhalte veröffentlicht, gelten für euch künftig die gleichen Regeln wie für Radio und TV. Der bisherige Rundfunkstaatsvertrag soll abgelöst werden, weil er fürs Netz nicht mehr fit sei - wenn beispielsweise Userinnen zu Medien-Anbieterinnen werden.

Künftig gelten für Rezo auf Youtube die gleichen Regeln wie für Claus Kleber im Fernsehen. Es betrifft Livestreams auf Instagram, LetsPlays auf Youtube oder Twitch, genauso wie Sendungen im Radio oder TV. Die Ministerpräsidenten der Länder wollen erstmals einen Medienstaatsvertrag beschließen. Dieser soll den in die Jahre gekommenen Rundfunkstaatsvertrag ablösen, der bisher noch gar nicht geregelt hat, was passiert, wenn ganz normale Internet-Nutzer zu Medien-Anbietern werden.

Die fünf wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  1. Es wird klarer definiert, was Werbung ist: Produktplatzierungen bleiben kennzeichnungspflichtig. Schleichwerbung ist es nur, wenn Geld fließt und die Kennzeichnung fehlt.
  2. Künftig fällt die Lizenzpflicht für Audio und Video für kleinere Anbieter weg. Nur wer gleichzeitig mehr als 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer hat, muss eine Lizenz wie ein Rundfunksender beantragen.
  3. Wenn App-Stores, Sprachassistenten oder Audio-Displays Medien-Inhalte zur Verfügung stellen, müssen sie bestimmte Medien leicht auffindbar präsentieren, wenn diese für die Meinungs- und Angebotsvielfalt wichtig sind.
  4. Anbieter wie Google und Facebook müssen besser informieren: Social Bots werden gekennzeichnet und die Plattformen müssen bei Bedarf ihre Algorithmen besser erklären.
  5. Smart-TVs dürfen keine eigene Werbung auf das klassische Fernseh- oder Streamsignal überblenden.

Medienjournalist Christoph Sterz ist bei der Entscheidung der Ministerpräsidenten dabei und berichtet in dieser Ausgabe von unserem Medienmagazin.

Straßengezwitscher - wenn sich Medien zurückziehen

Außerdem zu Gast ist Johannes Filous von Straßengezwitscher. Der Medizinstudent hat 2015 begonnen live von Orten zu twittern, an denen Rechtsextreme und Rechtspopulisten demonstrieren. Mittlerweile ist aus dem Projekt ein ganzes Team entstanden, andere Medien wie die DPA nutzen die Arbeit von Filous und Kollegen. Denn das Team von Straßengezwitscher arbeitet mit hohen Standards, die es sonst selten bei Twitter-Accounts gibt. Johannes Filous wird von seiner Arbeit berichten und was passiert, wenn sich Medien aus der Berichterstattung vor Ort zurückziehen.

"Was mit Medien"

Die Sendung gibt es auch als Podcast. Abonniert "Was mit Medien" via iTunes oder RSS-Feed. Auch nach der Sendung könnt ihr mit uns direkt und mit unseren Moderatoren Daniel Fiene und Herrn Pähler über Twitter kommunizieren. Ein Protokoll der Sendung gibt es auch per Newsletter.