Wer sich beim Arzt oder der Ärztin ein Rezept abholt, sollte mit dem Einlösen nicht zu lange warten. Rezepte können auch ablaufen. Es gibt aber Unterschiede, wie lang Rezepte gültig sind.

Das Sanitätshaus wollte das Rezept von Deutschlandfunk-Nova-Reporter Tom Funke nicht akzeptieren. Der Grund: Er war einen Tag zu spät dran. Rezepte von der Ärztin oder vom Arzt haben ein Verfallsdatum:

  • Ein rosafarbenes Rezept lässt sich in der Regel bis 28 Tage nach der Ausstellung einlösen,
  • ein blaues Rezept bis zu drei Monate bei Apotheken eingelöst werden.
  • Grüne Rezepte haben kein Verfallsdatum. Es handelt sich um eine Empfehlung des Arztes/der Ärztin. Grüne Rezepte müssen allerdings selbst bezahlt werden. Manche gesetzliche Kassen erstatten die Kosten, wenn man das Rezept einreicht.

Wenn ein Rezept verfallen ist, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder holt man sich ein neues Rezept oder man löst das abgelaufene Rezept bis zu drei Monate nach Ausstellung als Privatrezept ein. Dann bekommt man zwar das Medikament, muss es aber selbst bezahlen.

Ein paar Ausnahmen gibt es noch bei Rezepten für starke Opioide wie Morphin. Die sind nur sieben Tage ab der Ausstellung gültig.

"Wenn man die Physiotherapie dringend braucht, kann es der Arzt/die Ärztin beschleunigen. Und dann muss ich eigentlich innerhalb der nächsten 14 Tage auch einen Termin bekommen."
Sabine Wolter, Gesundheitsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Sabine Wolter, Gesundheitsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, beschreibt einen weiteren Sonderfall für Rezepte: "Physio- oder Ergotherapie. Wenn man die Behandlung dringend braucht, kann es der Arzt/die Ärztin beschleunigen. Dann kann der Arzt die Verordnung auch mit einem Dringlichkeitsvermerk erstellen. Und dann muss ich eigentlich innerhalb der nächsten 14 Tage auch einen Termin bekommen."

Vertrag zwischen Apothekenverbänden und Krankenkassen

Dass Rezepte ein Verfallsdatum haben, liegt daran, dass Rezepte ausgestellt werden, wenn jemand krank ist.

Bei Personen mit chronischen Erkrankungen soll die Rezeptabgabe immer wieder durch ärztliches Fachpersonal überprüft werden. Das sagt die Kassenärztliche Vereinigung. Ein weiterer Grund für die zeitliche Begrenzung der Rezeptgültigkeit, ist ein Vertrag zwischen Apothekenverbänden und den gesetzlichen Krankenkassen. 28 Tage – das ist der Zeitraum für die Kostenübernahme.