Drei US-Forscher erhalten den diesjährigen Medizin-Nobelpreis für die Erforschung der inneren Uhr. Die hat Einfluss auf unseren Schlaf, die Körpertemperatur und vieles mehr. Man kann sie aber auch austricksen.

Der Nobelpreis für Meidzin geht in diesem Jahr an drei Chronobiologen aus den USA: Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young. Die drei Forscher haben untersucht, wie die innere Uhr unseres Körpers funktioniert. Sie konnten damit erklären, wie Pflanzen, Tiere und Menschen ihren biologischen Rhythmus so anpassen, dass er mit dem Tag-Nacht-Rhythmus der Erde übereinstimmt.

Fruchtfliegen mit Jetlag

In der Pressemitteilung des Nobelpreis-Komitees heißt es, die Entdeckung der drei Forscher erkläre, wie Lebewesen ihr Dasein mit der Drehung der Erde synchronisieren. Ohne die innere Uhr würden wir abends nicht müde, und sie hat Einfluss auf die Ausschüttung von Hormonen, die Körpertemperatur und den Stoffwechsel.

Die Forscher haben viele Experimente gemacht, um zu untersuchen, welche Gene für unsere innere Uhr verantwortlich sind. Sie haben etwa Fruchtfliegen in Kästen gehalten und für die Tiere verschiedene Zeitzonen simuliert. Daran konnten sie beobachten, wie sich Jetlag auf den Organismus auswirkt.

Biorhythmus im Bunker

In den 1960er Jahren hat der deutsche Mediziner Jürgen Aschoff festgestellt, dass es eine innere Uhr gibt und dass diese unabhängig von Tag oder Nacht läuft. Für einen Versuch hatte Aschoff Freiwillige in einen Bunker ohne Fenster und Kontakt zur Außenwelt gesperrt. Es stellte sich heraus, dass sich der Tagesrhythmus der Probanden nach kurzer Zeit von selbst auf etwa 25 Stunden einpendelte. 

Mit Kaffee kann man die innere Uhr übrigens überlisten: US-Forscher haben im Jahr 2015 herausgefunden, dass Kaffeetrinken unsere innere Uhr etwa 90 Minuten zurückdreht.

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