1,5 Millionen Quadratkilometer: Eine Fläche so groß wie Deutschland, Frankreich und Spanien zusammen wird zum größten Meeresschutzgebiet der Welt. Pinguine, Wale und Co. können sich endlich etwas entspannen. Stephan Lutter ist Meeresschutzexperte des WWF (World Wide Fund For Nature). Für ihn ist das Schutzgebiet ein Meilenstein.

Heute (01.12.) tritt das Abkommen in Kraft. Damit wird das Rossmeer, ein Teil des Südpolarmeeres, zur Meeresschutzzone. Es ist die größte geschützte Meeresfläche der Welt. Ab sofort gilt für mehr als zwei Drittel des Gebietes ein absolutes Fischereiverbot. Schiffe dürfen weiterhin durch das Gebiet fahren, das schreibt das internationale Seerecht vor.

Eine Robbe steckt ihre Schnauze durch das Eis.
© Bluegreen Pictures | Imago
Auch die Weddellrobben freuen sich. Im Rossmeer lebt die Hälfte aller südpazifischen Weddellrobben.

Das Gute an dem neuen Schutzgebiet ist, dass es nicht erst kurz vor knapp kommt, wenn die Umweltschäden für Tiere und Natur schon enorm sind. Denn das Rossmeer ist im Vergleich zu anderen Meeresökosystemen weltweit noch fast ursprünglich, sagt Stephan Lutter, Meeresschutzexperte der Naturschutzorganisation WWF. Fast ursprünglich, denn der Klimawandel macht auch vor dem Rossmeer nicht Halt.

"Wir sind es inzwischen gewöhnt, dass Schutzgebiete ausgewiesen werden, wenn das Kind schon fast in den Brunnen gefallen ist."

Dass das Schutzgebiet jetzt kommt, war dennoch dringlich. Noch vor 20 Jahren wurde im Rossmeer nicht gefischt. Doch das änderte sich. Zum Beispiel wurde die Fischerei des antarktischen Schwarzen Seehechts populär, denn hier konnte er noch gefischt werden. In anderen Meeresregionen ist der Bestand zusammengebrochen.

Wer soll solch eine riesige Fläche kontrollieren?

Fangschiffe, die weiterhin im Schutzgebiet herumfahren und fischen, werden sanktioniert und bestraft. Forschungsschiffe dürfen noch in einen Teil des Schutzgebietes, aber auch sie brauchen eine Genehmigung. Überwacht werden die 1,5 Millionen Quadratkilometer per Satellit.

Klingt alles gut. Das einzige Problem ist, dass das Schutzgebiet erst einmal "nur" für die nächsten 35 Jahre gilt.

"Schutzgebiete sollten kein Verfallsdatum haben."

Russland und China hatten das Abkommen lange blockiert, sagt Lutter. Die Begrenzung auf 35 Jahre war ein Kompromiss, um überhaupt das Schutzgebiet einrichten zu können. Aber klar ist: "Wir wollen einen dauerhaften Schutz", sagt Lutter.

Ein Gletscher im Rossmeer.
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Teile des Rossmeeres sind permanent von einer festen Eisdecke bedeckt.

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