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Die heterosexuelle Normierung von Geschichten kann anstrengend sein. Besonders dann, wenn die Schauspielenden selbst nicht in das Raster passen. Mehmet Ateşçi kennt das Problem. Er erklärt, warum das Manifest #ActOut für ihn Teil der Lösung ist.

Mit ihrem Manifest #ActOut zeigen 185 Schauspielende ihre geschlechtliche Identität. Sie identifizieren sich unter anderem als lesbisch, schwul, bi, trans, queer, inter und non-binär. Der Schauspieler Mehmet Ateşçi hat auch unterzeichnet.

"Wir wollen Sichtbarkeit schaffen. Wir sind für eine diversere Darstellung von Geschichten. Wir wollen diesen Diskurs weitertreiben."
Mehmet Ateşçi, Schauspieler und Mitzeichner von #ActOut

Die Darstellung von geschlechtlicher Identität in Film und Fernsehen sei an Stereotypen orientiert. Trotz gegenteiliger Bemühungen gebe es Tendenzen in der deutschsprachigen Film- und Fernsehlandschaft, diversere Geschichten nicht zu erzählen.

Mehmet Ateşçi spielt in Filmen und TV-Produktionen und gehört zum Ensemble des Burgtheaters in Wien. Er kann also beide Bereiche miteinander vergleichen und sagt: "Das Theater ist ein Medium, das mehr zulassen kann, mehr experimentieren kann." Gleiches gelte eigentlich auch für den Film.

Diverse Geschichten als Mangelware

Es gehe nicht darum, ausschließlich diverse Geschichten zu erzählen. Ziel sei es, dass auch die Darstellung von heterosexuellen Beziehungen und Geschichten einen diverseren Ansatz bekomme. Er nennt die Serie "Pose" als Beispiel dafür. Aus Mangel an Material wichen viele Zuschauende auf Streamingdienste aus.

"Im Ausland ist Diversität in der Darstellung, in den Narrativen, viel gelebter, viel selbstverständlicher als im deutschsprachigen Raum."
Mehmet Ateşçi, Schauspieler und Mitzeichner von #ActOut