Die großen Städte platzen aus allen Nähten, fast überall mangelt es an Wohnraum. Was tun? Verdichtung ist eine Methode. Ein zusätzliches Stockwerk oben drauf flanschen, ungenutzte Freiflächen bebauen.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) veröffentlicht am 13. September den Bericht "Wohnungs- und Immobilienmärkte in Deutschland 2016". Ein Problem ist bekannt: Manche Städte platzen aus allen Nähten, und es fehlt an bezahlbarem Wohnraum.

"Immerhin konzentrieren wir uns jetzt auf die inneren Städte", sagt Julian Wékel. Er ist Architekt an der TU Darmstadt und leitet das Institut für Städtebau und Wohnwesen in München. Das Bauen außerhalb und am Rande der Städte hatte nämlich bislang große Nachteile, sagt Wékel, die für die Innenstadtbereiche weniger gelten.

"Man hat verschlafen, welche soziale Verantwortung man mit Wohnungsbau hat."

Der Fokus auf die Innenstadtbereiche, also deren Verdichtung, bedeutet zum Beispiel:

  • Ungenutzte Büro- und Fabrikgebäude oder auch Kasernen für das Wohnen umnutzen
  • An bestehende Gebäude anbauen
  • Bestehende Gebäude mit weiteren Stockwerken oben drauf vergrößern
  • Freiflächen zwischen Häusern bebauen

Für das Aufstocken eignen sich besonders Gebäude aus den 1950er- bis 1990er-Jahren. Ein bis zwei Stockwerke lassen sich teils mühelos oben draufsetzen. "In bestimmten Gebieten ist das eine sehr gute Möglichkeit, weil sie das bestehende Gebäude intensiver nutzen", sagt Wékel. Nur das Aufstocken allein, wird nicht reichen, um den Wohnungsmärkte in bestimmten Städten zu entspannen.

"Es gibt in den Städten Siedlungen, die nicht die Dichte haben, die wir heute für attraktiv halten. Da kann man Gebäude zwischen die bestehenden Gebäude stellen."

Die Verdichtung muss natürlich für die Eigentümer interessant sein. Aber die steigenden Grundstücks- und auch Mietpreise machen den Verkauf oder die Bebauung attraktiver als das früher der Fall war. Mehr Verdichtung ist bis zu einer gewissen Grenze möglich.

Blick auf Tokyo. Ein Haus steht neben dem anderen - nur Straßen dazwischen. Wirkt wie eine Betonwüste.
© Imago | Westend61
Hier ist die Grenze der Verdichtung vielleicht schon erreicht. In Tokio wird jeder Quadratzentimeter genutzt.

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