Ömer Igac ist 29 und in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen, wo er auch heute noch lebt. Am 24.9. stimmt er als Muslim für die CDU. Weil das für ihn die einzige Partei ist, die Empathie mit gläubigen Menschen hat.

Ömer hat BWL studiert und managt heute den Betrieb seines Vaters - ein Großküchenunternehmen in Neukölln. Seine Familie lebt mittlerweile seit drei Generationen in Kreuzberg.

Für Ömer ist der Kiez sein Zuhause. Hier geht er einmal in der Woche in die Moschee an der Skalitzer Straße. Und für ihn gibt es auch keinen Konflikt mit seiner Wahlentscheidung: Ömer stimmt für die CDU.

Zum einen, weil er mit Angela Merkels Politik sehr zufrieden ist, zum anderen, weil die christliche Ausrichtung der CDU für ihn auch ein "Ja" für andere Glaubensrichtungen bedeutet. In dieser Hinsicht fühlt er sich als Muslim von der CDU eher vertreten als von den Linken oder den Grünen. Die haben zwar mehr Abgeordnete mit Migrationshintergrund als die CDU, richten sich aber nicht explizit an gläubige Menschen. 

"Also, ich finde vor allem das 'C' einladend für Muslime. Denn die Partei ist eigentlich die Partei der gläubigen Menschen in diesem Land."
Ömer Igac über die CDU

Mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt

Hinzu kommt: Ömer interessiert sich vor allem für Themen wie Wirtschaft, Familie und Religion - Kernthemen der CDU. Das hat auch mit Ömers eigener Geschichte zu tun: Seine Großeltern kamen als Gastarbeiter nach Deutschland. Sein Vater hat ein eigenes Unternehmen.

Ömer hat - im Gegensatz zu anderen Enkeln von Gastarbeitern - den sozialen Aufstieg geschafft. "Ich habe letztens eine Oberschule besucht, da hatten viele ausländische Schüler keine Hoffnung darauf, auf dem Arbeitsmarkt irgendwas zu bekommen, weil sie einen ausländischen Namen haben, weil sie anders aussehen, weil sie eben eine andere Staatsangehörigkeit haben, weil sie ein Kopftuch tragen."

Darum unterstützt Ömer auch die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin. Er findet aber auch, dass die CDU und alle anderen Parteien sich noch viel mehr für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt einsetzen könnten.

"Deutschland ist ein Einwanderungsland. Flüchtlinge gehören zu dieser Gesellschaft. Man kann auch von ihnen nicht erwarten, dass sie in zwei, drei Jahren zurückkehren. Das war genau das, was man bei den Gastarbeitern erwartet hat."
Ömer Igac über Flüchtlingspolitik

Ömer hat zwei Heimaten - und zwei Pässe

In einer Sache hadert Ömer allerdings doch mit der CDU: Er selbst hat die türkische und die deutsche Staatsbürgerschaft. Sich für eine Staatsbürgerschaft zu entscheiden, wie es die CDU für in Deutschland geborene Kinder von Migranten vorsieht, wäre für Ömer schwer. "Ich glaube, man kann zwei Heimaten haben."