Immer wieder kursieren Falschmeldungen im Netz, die über Flüchtlinge berichten, die Geld gefunden und zurückgegeben haben sollen. Rechtsgesinnte wollen so Meinung gegen Flüchtlinge machen.

Beim Scrollen durch die Facebook-Timeline sind in den letzten Wochen viele auf eine Nachricht von einem Flüchtling gestoßen, der Geld gefunden und dieses zurückgegeben haben soll. Bei so viel negativer Berichterstattung über gewalttätige Ausschreitungen von Rechtsradikalen und brennende Asylheime wirkt diese positive Nachricht wie ein Lichtblick.

"Die Seite 'Netz gegen Nazis' schreibt, viele Meldungen seien von Rassisten gefälscht worden. Sie tun das scheinbar, um danach sagen zu können, dass die Artikel über ehrliche Flüchtlinge nicht real sind."
Sophie Rebmann, DRadio-Wissen-Autorin

Doch dann stellte sich heraus, dass Nachrichten mit diesem Inhalt oft gar nicht wahr sind, sondern von rechtsgesinnten Usern verbreitet werden, um Meinung gegen Flüchtlinge zu machen. Bei der Recherche stellte DRadio-Wissen-Reporterin Sophie Rebmann fest, dass für Fake-Meldungen Fotos von Flüchtlingen aus dem Zusammenhang gerissen und Texte zu den Fotos erfunden wurden.

Wahre Meldungen werden durch Fakes unglaubwürdiger

Sophie hat die Betreiber von Facebook-Seiten angeschrieben, die solche Nachrichten gepostet hatten und nachgefragt, woher die Artikel stammen und ob sie tatsächlich unwahr sind. Zwei Facebook-User haben geantwortet und ihrerseits behauptet, dass zuerst Medien und Polizei Meldungen gefälscht haben sollen, um gute Stimmung für Flüchtlinge zu machen.

"Als bei genauerem Hinschauen einige der Nachrichten offensichtlich falsch waren, habe ich erst einmal alle Artikel verdächtigt, ein Fake zu sein."
Sophie Rebmann, DRadio-Wissen-Autorin

Aber wieso eine positive Nachricht verbreiten, die gar nicht stimmt? Sophie stellte bei der Recherche jedoch schnell fest, dass die positiven Berichte über Flüchtlinge, die auch tatsächlich wahr sind, unglaubwürdiger wirken, je mehr Falschmeldungen kursieren. Und das scheint auch das Ziel der User zu sein, die diese Fakes erfinden und veröffentlichen. Fake-Meldungen kann man zum Beispiel daran erkennen, dass der Link, der zur ursprünglichen Meldung führen soll, nicht funktioniert.