Joggen kann fitter machen – es kann aber auch der Gesundheit schaden, wenn wir süchtig danach werden und zu oft joggen gehen. Wer regelmäßige Pausen nicht einhält, riskiert Verletzungen, sagt eine Studie. Denn Joggen ist auch eine Kopfsache.

Für eine niederländische Studie wurde das Laufverhalten von rund 250 Freizeit-Joggerinnen und Joggern untersucht. Das waren allesamt Leute, die eine Leidenschaft für das Laufen haben: Im Schnitt absolvierten sie pro Woche jeweils drei Läufe und legten 27 Kilometer zurück.

Dabei stellte sich heraus, dass es wichtig ist, Pausen einzuhalten. Nicht nur der Körper braucht sie, um sich zu erholen, sondern auch der Kopf Sonst sei, so die Untersuchung, das Verletzungsrisiko höher – insbesondere für Knie-Verletzungen und für Verletzungen am Fuß oder der Achilles-Sehne.

Das Laufen aus dem Kopf bekommen

Bei den Studienautoren handelt es sich um Psychologen. Sie sagen, dass das Laufen nicht nur körperlich anstrengend ist, sondern dass auch der Kopf Hochleistungen erbringen muss. Denn wir müssen uns beim Joggen stark konzentrieren, zum Beispiel auf unseren Körper, die Bewegungen, auf den Straßenverkehr und wohin wir treten.

"Wenn ich als Läuferin meine mentale Pause missachte, dann ist mein Verletzungsrisiko höher – für Knie-Verletzungen und für Verletzungen am Fuß oder der Achilles-Sehne."
Kathrin Sielker, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Außerdem beschäftigen wir uns beim Laufen mental möglicherweise noch mit anderen Dingen: einer erwünschten Leistungssteigerung, dem Tempo, der Strecke oder unserem Kalorienverbrauch. Manchmal hält dieser Wunsch, die eigene Leistung zu steigern, auch nach dem Laufen noch an. So kann das Laufen zur Obsession werden.

Hirn braucht Erholung

Die Studienautoren empfehlen, dass wir unserem Hirn eine Erholungsphase und etwas Distanz zum Laufen gönnen, weil wir sonst fahrlässig werden könnten.

"Die Studienautoren sagen, unser Hirn brauche Distanz und eine Erholungsphase nach dem Laufen, sonst werden wir fahrlässig und es häufen sich die Verletzungen."
Kathrin Sielker, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Im letzten Jahrzehnt ist das Laufen weltweit beliebter geworden, das kann man zum Beispiel an den Anmeldezahlen für Marathons ablesen. In Deutschland bezeichnen sich laut einer Allensbach-Berechnung rund fünf Millionen Menschen als regelmäßige Freizeit-Läuferinnen und Läufer. Die Gruppe ist relativ groß und alle Altersschichten sind dabei.

Die niederländischen Forschenden haben herausgefunden, dass der Sucht-Faktor bei jüngeren Menschen häufiger auftritt.

20- bis 34-Jährige übertreiben das Joggen am häufigsten

Die Gruppe der 20- bis 34-Jährigen neige am stärksten dazu, das Joggen zu übertreiben und Pausen nicht einzuhalten. In dieser Altersgruppe sind vor allem die Frauen betroffen.

Jüngere verzichten öfter auf die empfohlene körperliche Erholung und haben damit auch das höchste laufbedingte Verletzungsrisiko. Die Forschenden sagen, dass die psychische Erholung unbedingt ernster genommen werden müsse.