Whatsapp ist kostenlos. Nach der Übernahme durch Facebook wurde die Jahresgebühr von 89 Cent für den Messenger abgeschafft. Trotzdem fallen einige User gerade auf Betrüger herein, die für ein Jahr Whatsapp-Nutzung 59 Euro verlangen.

Eine Entscheidung von Google, über die sich Whatsapp-User eigentlich freuen können, hat für Verwirrung gesorgt, die sich Betrüger erfolgreich zunutze gemacht haben. Aber der Reihe nach:

Ab kommender Woche wird das Whatsapp-Back-up nicht mehr auf das Speicherplatzkontingent von Google Drive angerechnet. Das bedeutet: User können ein großes Whatsapp-Back-up von mehreren Gigabyte auf Google Drive parken, ohne dass ihnen dort der Speicherplatz ausgeht. 

Back-ups, die länger als ein Jahr nicht aktualisiert wurden, werden gelöscht. Um auf der sicheren Seite zu sein, ist es also sinnvoll, bis zum Wochenende (10.11.) noch mal ein manuelles Update anzustoßen, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll.

Betrüger verlangen Geld für Whatsapp-Nutzung

Viele User haben sich scheinbar Sorgen um ihre Whatsapp-Back-ups gemacht – und sind dabei findigen Betrügern auf den Leim gegangen: Die haben nämlich schlicht und einfach E-Mails verschickt und den Usern darin mitgeteilt, dass ihre Back-up-Cloud angeblich voll sei.

Um einen Datenverlust zu vermeiden, müsse ihre Mitgliedschaft in den nächsten zwei Tagen verlängert werden – zum Preis von 59 Euro für ein Jahr. Alternativ wird auch eine Dauermitgliedschaft für 399 Euro angeboten.

"Bei der Mail müssten sämtliche Alarmglocken klingeln: Denn 59 Euro sind absurd teuer, und die Mail war auch noch in schlechtem Deutsch verfasst."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Die Mail sei in sehr schlechtem Deutsch verfasst gewesen, und 59 Euro seien eine völlig überhöhte Forderung. Normalerweise müssten User da also gewarnt sein. Bei Google oder Facebook könne man schon davon ausgehen, dass dort genügend Geld für Übersetzer vorhanden ist, sagt unser Netzreporter.

User, die den Betrag per Paypal gezahlt haben, können versuchen, sich an Paypal zu wenden. Die Erfolgschancen sind allerdings unsicher.

Werbung bei Whatsapp ab 2019

Unabhängig von der aktuellen Betrugsmasche ist das Thema kostenpflichtiges Whatsapp zuletzt wieder aktuell geworden: Firmen, die Whatsapp zur Kommunikation nutzen, sollen nämlich ab 2019 für bestimmte Dienste zahlen müssen.

Der Grund: Whatsapp soll endlich rentabel werden. Deshalb führt Whatsapp im kommenden Jahr für die privaten User auch Werbung ein. Die Nutzer zahlen dann mit dem Konsum von Werbung – und nach wie vor mit ihren Telefonbuch-Daten, die an Facebook übertragen werden. 

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