Der zu Facebook gehörende Messenger Whatsapp darf ab dem 7. Dezember 2019 von Firmen und Sendern nicht mehr zum Versenden von Newslettern genutzt werden.

Der Dienst war durchaus beliebt: Newsletter über Produktneuigkeiten oder auch die Themen des Tages per Whatsapp-Nachricht direkt aufs Smartphone. Damit ist jetzt Schluss. Denn - so die Erklärung von Whatsapp - der Messenger solle der persönlichen Kommunikation vorbehalten sein. Und im Prinzip stand das auch so von Anfang an in den AGB, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll. In der Praxis hat Whatsapp den Regelverstoß allerdings jahrelang ignoriert.

Newsletter mit Millionen Empfängern

Whatsapp-Nachrichten werden in aller Regel nach drei Minuten gelesen - bei E-Mails dauert es im Schnitt fünf bis sechs Stunden, bis sie geöffnet werden. Und eine Unternehmensnachricht öffnen nur 21 Prozent der Beziehenden.

Chance für andere Messenger

Trotz der guten Erfolgsquote von Newslettern bei Whatsapp: Ab dem 7. Dezember 2019 ist endgültig Schluss damit. Deshalb versuchen viele Firmen bereits, ihre Abonnenten auf andere Messenger zu lotsen wie Threema oder Telegram, wo weiterhin Newsletter verschickt werden dürfen. Für diese Messenger steckt darin durchaus die Chance, so ihren Nutzerkreis zu erhöhen.

Wer beim Zuckerberg-Imperium bleiben möchte, kann immer noch den Facebook-Messenger nutzen. Zumindest als Presseverlag. Die dürfen dort nämlich weiterhin ihre Newsletter verschicken. Und am Ende bleibt ja trotz der schlechteren Klickraten immer noch der E-Mail-Newsletter. Das wiederum gibt der Diskussion neue Nahrung, ob Newsletter überhaupt noch zeitgemäß sind.

Conversational Marketing

Einer der Gegentrends lautet "Conversational Marketing". Hinter dem Begriff versteckt sich die Eins-zu-Eins-Kommunikation mit den Kundinnen und Kunden. Zum Beispiel per Live-Chat. Da kann einem das Unternehmen dann persönliche Tipps schicken wie etwa den günstigsten Weg zur Filiale.

"Wir können auch in Zukunft Kontakt mit Unternehmen via Whatsapp aufnehmen."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova Netzreporter

Mit anderen Worten: Der direkte und persönliche Kontakt mit Unternehmen über den Whatsapp-Messenger bleibt weiterhin erlaubt. Nur das massenhafte Verschicken von unpersönlichen Newslettern wird eben nicht mehr erlaubt sein.

Korrektur:

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es: Einer der bekannteren Dienstleister im Newsletter-Business ist Tyntec. Dort ist die Rede von 1700 Kunden in 62 Ländern, die mit ihren Newslettern zehn Millionen Empfänger beliefern. Ein anderer Dienstleister hat gemessen, wie viele Nutzerinnen und Nutzer diese Newsletter auch lesen und kommt auf 32 Prozent. Das sind deutlich mehr als bei E-Mail-Newslettern. Das Unternehmen Tyntec verschickt keine Newsletter. Deswegen haben wir den Absatz entfernt.