Das war keine gewöhnliche Sternschnuppe: Im Süden von Deutschland war der Himmel plötzlich bunt. Der Wissenschaftsjournalist Michael Büker kennt sich mit solchen Erscheinungen aus. Wir haben mit ihm gesprochen.

Ein Himmelsphänomen über Süddeutschland hat für Aufregung gesorgt. Das wandernde Licht wurde als sehr hell, grünlich oder blau beschrieben. Seine Ursache ist unklar. Axel Quetz vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg hält die Erscheinung für eine große Sternschnuppe. "Möglicherweise war sie eine frühe Leonide", sagte er. Das Objekt dürfte vollständig verdampft sein.

Ein Vorgeschmack auf die Leoniden?

Der Sternschnuppenstrom der Leoniden ist in der Nacht vom 17. auf den 18. November am stärksten. Auslöser des Schauspiels sind Trümmerteile des Kometen 55P/Tempel-Tuttle. Sie treten in die Erdatmosphäre ein, wenn die Erde einmal jährlich mit der Teilchenwolke kollidiert. Ihren Namen haben die Leoniden vom Sternbild Löwe.

Axel Quetz zufolge kommt "ein Feuerball dieser Größe und Helligkeit" über Deutschland alle ein bis zwei Monate vor. Die meisten blieben allerdings wegen des Wetters unbemerkt, und weil sie tagsüber auftreten.

"Im Vergleich zu dem, was wir üblicherweise als Sternschnuppe kennen, war das ein ganz schön großes Ding. Das war dann schon etwas, was ein Meter groß gewesen sein dürfte. "
Michael Büker, Wissenschaftsjournalist

Im Flugverkehr verursachte der Feuerball keine Probleme. "Das hat auf unsere Arbeit keine Auswirkungen gehabt", sagte Ute Otterbein von der Deutsche Flugsicherung in Langen.

Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach betonte, dass das Phänomen aller Wahrscheinlichkeit nach kein Wetterphänomen war. Meldungen zu dem Lichtphänomen hatte es aus dem Saarland, Südhessen und Baden-Württemberg gegeben. Auf diese Hinweise, Fotos und Videos aus der Bevölkerung sind Astronomen angewiesen - bei der Entdeckung und der Klassifizierung von so ungewöhnlichen Himmelserscheinungen.

"Tatsächlich sind es oft Laienaufnahmen. Aus diesen Beschreibungen und dem Bildmaterial können Experten recht schnell sagen, was es gewesen sein dürfte."
Michael Büker, Wissenschaftsjournalist

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Hinweis zum Aufmacherbild: Ein Foto des Himmelsphänomens in Süddeutschland war nicht verfügbar. Das Bild zeigt einen Meteorschauer über Dänemark im September 2017.