Klimaneutrale Kaffeebecher, Banken oder Pakete – wenn es um den Umweltschutz geht, dann sind Unternehmen gerne vorne mit dabei. In Deutschland arbeiten beispielsweise Allianz, Dell oder Fleurop ganz, oder zumindest in Teilen, klimaneutral. Der Plan des Tech-Unternehmens Microsoft geht noch einen Schritt weiter.

Bis zum Jahr 2030 möchte Microsoft klimanegativ werden. Außerdem hat die Firma angekündigt, bis 2050 mengenmäßig all das Kohlendioxid aus der Umwelt zu entfernen, das es direkt oder indirekt über den Stromverbrauch seit seiner Gründung 1975 ausgestoßen hat.

Klimaneutralität ist angesagt

Um das Ziel zu erreichen und bis 2030 klimanegativ zu werden, ergreift Microsoft die gleichen Maßnahmen, die notwendig sind, um klimaneutral zu werden - nur noch extremer. Das bedeutet, dass der Tech-Konzern keine Klimaspuren hinterlassen darf.

"Wenn die Prognosen zutreffen, wird der Klimawandel die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für viele Unternehmen schwieriger machen."
Konstantin Köller, Dlf-Netzreporter

Weltkonzerne wie Microsoft handeln nie nur aus reinem Idealismus heraus. Neben dem echten Interesse einiger Menschen, die im Konzern arbeiten, vermutet Deutschlandfunk-Nova-Reporter Konstantin Köhler auch eine Marketingstrategie und ein rein wirtschaftliches Interesse.

So will Microsoft klimanegativ werden

Dafür setzt das Unternehmen verschiedene Hebel an. Einerseits soll der Ausstoß von CO2 nach eigenen Angaben massiv verringert werden. Dazu möchte Microsoft zum Beispiel den gesamten Strom aus erneuerbaren Energien beziehen oder mit einer Art unternehmensinterner Steuer die CO2-Emissionen im Unternehmen niedrig halten.

Jede Abteilung müsse dafür nachweisen, wie groß der jeweilige CO2-Fußabdruck sei. Je schlechter sie abschneide würde, umso mehr Geld müsse sie bezahlen. Mit dem so gewonnen Geld solle in Nachhaltigkeit investiert werden.

"Microsoft lehnt sich mit dem CO2-Konzept sehr weit aus dem Fenster. Es klingt durchdacht und fundiert, kann natürlich auch schief gehen."
Konstantin Köller, DLF-Netzreporter

Als mögliches Instrument nennt der Konzern an dieser Stelle das Einpflanzen von Bäumen, um CO2 als Kohlenstoff im Holz des Baumes und den Blättern zu speichern.