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Dysphorie ist ein Gefühl des Unwohlseins in Bezug auf das eigene Geschlecht. Geschlechts-Dysphorie kommt vor allem bei trans und nicht-binären Menschen vor, aber nicht ausschließlich.

Sich mit dem eigenen Geschlecht unwohl zu fühlen, kann zum Beispiel auftreten, wenn man von anderen Menschen misgendert wird. Also beispielsweise als Mann wahrgenommen wird, während wir uns selbst aber als Frau definieren.

Oder auch, wenn das Aussehen des eigenen Körpers nicht zur Vorstellung vom eigenen Geschlecht passt. Oft lösen bei trans Männern zum Beispiel große Brüste Dysphorie aus, weil diese oft als weiblich wahrgenommen werden.

Hier kann eine Mastektomie helfen, den Körper auch optisch an die eigene Vorstellung anzupassen.

"Die Entfernung der Brüste hat für mich einfach ne wahnsinnige Erleichterung gebracht."
Janosh ist trans und hat manchmal Dysphorie

Für Janosh war die Mastektomie ein großer Schritt bei der Behandlung seiner Dysphorie. Er hat trotzdem immer mal wieder Dysphorie, die unter anderem durch die Form seiner Hüften ausgelöst wird.

Im Umgang damit hilft es ihm, sich bewusst mit vielen verschiedenen Körperbildern zu umgeben und sich nicht zu sehr mit cis-Männern zu vergleichen. Das muss nicht unbedingt auf der Straße passieren, sondern ihm kann auch ein diverser Insta-Newsfeed oder bewusster Medien-Konsum helfen.

Psychotherapie als Alternative

Bei einer Transition kann neben einer Hormontherapien oder dem chirurgischen Eingriff auch die Psychotherapie eine Hilfe sein. Das sagt Timo Nieder. Er leitet die Spezialambulanz für sexuelle Gesundheit und Transgender-Versorgung an der Uniklinik Hamburg-Eppendorf. Daber betont er: Die Psychotherapie ist nur eine Option unter mehreren und kein Muss.

"Psychotherapie sollte trans Menschen nicht aufgezwungen werden."
Timo Nieder, Leiter der Spezialambulanz für sexuelle Gesundheit und Transgender-Versorgung an der Uniklinik Hamburg-Eppendorf

Wenn sich Menschen dafür entscheiden, ihre Dysphorie mit einer Psychotherapie zu behandeln, kann das auch dabei helfen, Frieden mit dem eigenen Körper zu machen, wenn Hormontherapie oder Chirurgie an ihre Grenzen kommen.

Außerdem in "Eine Stunde Liebe":

Im Liebestagebuch berichtet Jonas vom zweiten 'ersten Mal' mit seiner Partner-Person Grey. Die beiden haben das erste Mal Sex nach Jonas' Mastektomie.