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Kein Elektrogerät kommt mehr ohne sie aus: Halbleiter und Mikrochips. Doch die fehlen gerade. Der Mangel ist so groß, dass in der deutschen Autoindustrie Beschäftigte sogar wieder in Kurzarbeit geschickt werden.

Während der Corona-Lockdowns waren viele Menschen in Kurzarbeit. Seit die Maßnahmen gelockert wurden, kehren immer mehr Beschäftigte in ihre Jobs zurück. In der Autobranche ist es aber genau andersherum. Laut aktuellen Zahlen des Münchener Ifo-Instituts werden Beschäftigte hier wieder mehr in Kurzarbeit geschickt.

Keine Mikrochips - keine Elektrogeräte

Das liege daran, dass sogenannte Halbleiter, die den Hauptbestandteil von Mikrochips ausmachen, nach wie vor knapp seien, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döbbelt. Die Konsequenz: Es können viel weniger Autos gebaut werden. Alleine bei Volkswagen können derzeit 130.000 bestellte Golfs nicht gebaut werden. Opel hat sein Werk in Eisenach sogar für einige Monate komplett runtergefahren, und Ford hat die Produktion des Fiesta in Köln vorerst gestoppt.

Es gibt aber auch Kritik an den Autoherstellern, dass der Chipmangel selbst verschuldet sei, berichtet Johannes Döbbelt. So habe man Anfang 2020, als es mit der Corona-Krise losging, weniger Halbleiter bestellt. Die Hersteller haben diese dann anderen Branchen verkauft, erklärt Wolfgang Weber, Geschäftsführer des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektroindustrie.

Jetzt gleich ein Elektrogerät? Das könnte schwierig werden

Andere Bereiche haben also zunächst von den vorhandenen Chips profitiert. Inzwischen leiden aber auch sie unter dem Chipmangel, sagt Johannes Döbbelt. Die Playstation 5 ist bei bestimmten Onlineshops zum Beispiel gar nicht oder erst in mehreren Wochen zu bekommen, sagt der Reporter. Aber auch wer gerade einen neuen Drucker, eine Spülmaschine oder ein E-Bike kaufen will, muss sich meistens gedulden.

"Laut einer Umfrage gaben im August vier von fünf Elektro-Unternehmen in Deutschland an, mit der Fertigung ihrer Produkte nicht hinterherzukommen."
Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döppelt

Westliche Konsumenten von Umständen in Hersteller-Ländern abhängig

Durch die Corona-Maßnahmen waren auch Chip-Werke zum Beispiel in Malaysia lahmgelegt. Außerdem habe es einen Großbrand in einer Fabrik in Japan gegeben, in Taiwan wiederum konnte nichts produziert werden, weil durch die Dürre im Land Wasser für die Produktion fehlte.

Zwar sei man inzwischen dabei, neue Chip-Werke zu bauen. In Dresden wurde zum Beispiel erst kürzlich ein solches Werk eröffnet, sagt Johannes Döbbelt. Fachleute gehen seinen Recherchen nach aber trotzdem davon aus, dass der Mangel an Halbleitern und Chips erst einmal bestehen bleibt und sich in den kommenden Monaten sogar verschärfen wird.