1972 stand das letzte Mal ein Mensch auf dem Mond. Bald soll das wieder Fall sein. Aber an einem ganz anderen Ort.

Die USA wollen wieder zum Mond fliegen. Anders formuliert: Bald sollen wieder Menschen auf dem Mond herumlaufen. Der Name der geplanten Mission steht auch schon fest: Artemis 2.

Geplant ist sie für Mai 2024. Sollte sie klappen, wäre sie die erste erfolgreiche bemannte Mondmission seit Apollo 17 im Jahr 1972. Es ist also ziemlich genau 50 Jahre her, dass der Mond das letzte Mal von Menschen betreten wurde.

Artemis 2 ist Teil des Artemis-Programms, das im März 2019 vom ehemaligen US-Präsident Donald Trump initiiert wurde. Die Regierung unter Joe Biden führt es fort.
Die Mission Artemis 1 gibt es auch, gestartet ist sie am 16. November 2022. Sie ist sozusagen der erste große Test der neuen Geräte, die für die bemannte Mondmission entwickelt wurde. Diese sind unter anderem:

  • Das US-amerikanischen Raumschiffs Orion. Das Raumschiff soll in einen hohen Mondorbit eintreten und wieder zur Erde zurückkehren.
  • Das im Auftrag der NASA entwickelte neue Trägersystem Space Launch System (SLS) – eine ausreichend starke Rakete, die Equipment und Astronauten zum Mond bringen kann.
  • Die in Deutschland gebaute Antriebs- und Versorgungseinheit ESM, die für Antrieb, Klimatisierung und die Versorgung mit Strom, Wasser und Atemluft sorgt.

Der Testflug von Artemis 1 geht einmal rund um den Mond und zurück zur Erde. Er dauert insgesamt dreieinhalb Wochen.

Dank Wasser auf dem Mond eine Basis errichten

Sollten tatsächlich ab dem Jahr 2024 wieder Menschen auf dem Mond landen können, hätten sie eine andere Aufgabe als die Astronauten vor 50 Jahren. Diese sind nämlich – weil es einfacher war – am Äquator des Mondes gelandet. In Zukunft sollen die Astronautinnen und Astronauten unter anderem auch am Südpol des Mondes landen, der nicht vom Sonnenlicht beschienen wird. Hier wird gefrorenes Wasser vermutet.

Sollten die Raumfahrer tatsächlich Wasser vorfinden, könnten sie es womöglich dazu nutzen, eine Mondbasis zu errichten, sodass sich dort länger Menschen aufhalten können. Auch könnte das wichtige Erkenntnisse dafür liefern, wie Menschen auf dem Mars überleben könnte – das nächste große Ziel nach dem Mond.

"Die Menschen haben damals das Interesse an den Mond-Missionen verloren."
Michael Büker, Deutschlandfunk-Nova-Wissenschaftsjournalist und Astrophysiker

Die letzten Menschen haben den Mond im Rahmen der Mission Apollo 17 vor 50 Jahre betreten. Eigentlich waren sogar drei weitere Missionen geplant, die aber wieder abgesagt wurden. "Die US-amerikanische Öffentlichkeit hatte so ziemlich das Interesse an den Mond-Missionen verloren", sagt Deutschlandfunk-Nova-Astrophysiker Michael Büker.

In der Zeit sind andere Themen wichtiger geworden, etwa der Vietnam-Krieg sowie Fragen rund um den Umweltschutz. Viel Geld für Mond-Missionen auszugeben war also schwieriger zu rechtfertigen, zumal jede Mission auch ein Risiko für Mensch und Technik bedeuteten.

Es fehlte die passende Rakete

Nachdem die Apollo-Missionen eingestellt wurden, sind auch Wissen und die technischen Möglichkeiten verschwunden, die Saturn-V-Rakete zu bauen. Mit dieser Rakete sind alle bemannten Mond-Missionen gestartet.

Jahrzehntelang gab es kein Trägersystem, das Menschen bis zum Mond hätte bringen können. Inzwischen gibt es wieder einige Raketen, die schon fertig oder noch in Entwicklung sind und die große Lasten auch Richtung Mond transportieren können.

"Menschen überschreiten Grenzen aus einem ganz tiefen Antrieb heraus."
Michael Büker, Deutschlandfunk-Nova-Wissenschaftsjournalist und Astrophysiker

Deutschlandfunk-Nova-Wissenschaftsjournalist Michael Büker ist studierter Astrophysiker und naturgemäß eher pro Raumfahrt eingestellt – obwohl es auch gute Argumente gegen Raumfahrtprogramme gibt, in erster Linie Kosten und Ressourcen. Michael findet Raumfahrt generell trotzdem richtig, sie sei schließlich ein Teil der menschlichen Kultur. Menschen wollen "ihre Umgebung erkunden und Grenzen überschreiten", sagt er. Wir tun das "aus einem ganz tiefen Antrieb heraus."

  • Moderation:  Sebastian Sonntag
  • Gesprächspartner:  Michael Büker, Deutschlandfunk-Nova-Wissenschaftsjournalist und Astrophysiker