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Seit vier Jahren reist Martin mit dem Motorrad um die Welt. Auf einer dieser Reisen traf er auf seine jetzige Reisebegleitung: die Katze Mogli. Sie hat nicht nur die Art des Reisens für Martin verändert, sondern gibt ihm auch ein Gefühl von Zuhause – ganz gleich, wo die beiden gerade sind.

Für Martin Klauka, der aus einem kleinen Dorf in Brandenburg stammt, war schon als Kind klar: ein normaler Alltag in Deutschland – das ist nichts für ihn. Dennoch hat es einige Jahre gedauert, bis er schließlich mit 31 Jahren alle Zelte abbaute, um mit seinem Motorrad die Welt zu erkunden. Im März 2017 fand er dann während seiner Reise durch Marokko eine kleine, zwei Monate alte Katze auf der Straße – der Anfang eines ganz neuen Reisekapitels von Martin und Mogli.

"Wo Mogli ist, fühle ich mich zuhause. Damit kommt dann auch keine Einsamkeit auf."
Martin Klauka, reist mit Motorrad und Katze um die Welt

Und dann kam Mogli…

Schwach, dreckig und verletzt hat Martin die kleine Katze auf den Straßen von Marokko in Erinnerung. Als er sie traf, kam sie gleich in seinen Arm und blieb den ganzen Abend dort, erinnert er sich. Als er die Katze für eine Nacht bei sich behielt und ein paar Motorradprobefahrten mit ihr unternahm, war klar: Wenn es im August wieder auf die nächste große Tour geht, wird Mogli dabei sein.

"Ich habe sie dann auf das Motorrad gesetzt und wir sind eine Runde gefahren. Das hat dann relativ gut geklappt."
Martin Klauka, reist mit Motorrad und Katze um die Welt

Allein in den ersten beiden Jahren hat er mit der jungen Katze 16 Länder bereist und mehr als 30.000 Kilometer zurückgelegt – von Dubai über Südosteuropa in die Türkei und weiter durch den Iran bis in die Vereinigten Arabischen Emirate.

So viel Fahrtkomfort für eine Katze wie möglich

Auf den Reisen war Martin wichig, Mogli immer an einer Leine zu haben, damit sie nicht durch plötzliche Geräusche davon läuft oder auf die Straße rennt. Da sie durch viele, sehr heiße Länder reisen, hat Martin irgendwann beschlossen, in den ehemaligen Kamerarucksack, in dem Mogli mitfährt, eine kleine Klimaanlage einzubauen.

Eine Katze auf einem Motorrad in der Wüste
© Martin Klauka
Mogli in einer klimatisierten Reisetasche

Ab und zu, wenn Mogli Lust hat, setzt sie sich auch auf Martins Schulter beim Fahren. Ob Mogli ihr außergewöhnliches Katzenleben gefällt, kann Martin nur schwer sagen. Aber sie kenne es nicht anders und arrangiere sich schnell mit den neuen Orten, sagt er.

Wie eine Katze das Reisen verändert

Wenn Martin und Mogli sich an einem neuen Ort niederlassen, checkt Martin immer, dass es genug Rückzugsorte für Mogli gibt und keine Feinde wie Hunde, große Eulen oder auch Leoparden in der Nähe sind. Die eingeschränkte Ortswahl ist nicht das Einzige, das Martin in Kauf nimmt, um mit Mogli reisen zu können.

Schon simple Dinge wie Sand für das Katzenklo oder Katzenfutter seien nicht überall erhältlich. Manchmal fühle es sich an, wie mit einem Kind zu reisen, sagt er. Aber er habe sich das selbst ausgesucht und deshalb sei es ganz selbstverständlich, so zu reisen.

"Es ist fast, wie mit einem Kind zu reisen. Man ist schon ein bisschen gebunden."
Martin Klauka über das Reisen mit einer Katze

Und auch seine Fahrweise habe sich durch Mogli verändert. Oft fährt er mit 30 km/h Slalom um Schlaglöcher herum, damit es keine Erschütterungen gibt und entscheidet sich gegen Off-Road-Routen, obwohl diese zum Fahren reizvoller wären. Bei starker Hitze bricht er in den frühen Morgenstunden auf, weil sonst auch die kleine Klimaanlage Moglis Fahrplatz nicht genug kühlen könne.

Ein Mann und eine Katze klettern an Felsen entlang
© Martin Klauka
Martin und Mogli beim Klettern

Auf seinem Instagram-Account hält Martin seine Reisen mit Mogli fest. Außerdem hat er seine Reisen in dem Buch "Einmal mit der Katze um die halbe Welt" niedergeschrieben.

Deutschland ist weiterhin erstmal keine Option

Gerade lebt Martin mit Mogli in Uttarakhand in Indien in der Nähe des Himalaya Gebirges. Auf knapp 2000 Meter wohnt er in einem kleinen Dorf mit 1000 Menschen mitten in den Hügeln. Hier hatte er sich vor drei Jahren schon mal niedergelassen und sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder für diesen idyllischen Ort entschieden. Nach Deutschland zurückzukehren, kann sich Martin derzeit nicht vorstellen.

Im Gespräch mit Rahel Klein erfahrt ihr außerdem, wie unterschiedlich die Menschen in den einzelnen Ländern auf Martin und seine ungewöhnliche Reisebegleiterin reagiert haben und wie Mogli dazu beiträgt, dass Martin sich auf den Reisen selten alleine fühlt. Außerdem verrät er, welche Reisen er für die Zukunft geplant hat.