PET-Flaschen sind schlecht für die Umwelt, am besten kauft man sie gar nicht erst. Falls man doch schon welche hat oder findet: Mit ihnen lassen sich nützliche und lustige Dinge machen. Deutschlandfunk-Nova-Netzbastler Moritz Metz hat einige ausprobiert.

Sie sind überall: Auf Schreibtischen, in Straßen-Seitenstreifen und im Meer. Plastikflaschen aus Polyethylenterephthalat, kurz PET.

Auch, wenn die knapp 200 PET-Flaschen, die jede/r Deutsche pro Jahr laut Deutscher Umwelthilfe verbraucht, viel weniger wiegen als die entsprechende Menge Glasflaschen, haben sie als Einweg-Flaschen keinen ökologischen Vorteil gegenüber Glasflaschen: wegen des hohen Erdölverbrauchs und Energieaufwandes bei der Einweg-Flaschen-Produktion und wegen der noch unzureichenden Recyclingquote.

Eine Einweg-Plastikflasche gefüllt mit Wasser verbraucht im Schnitt die 500-fache Energiemenge im Vergleich zu Leitungswasser, sagt Greenpeace. Und meist wird nur etwa ein Viertel der übers Pfandsystem zurückgeführten PET-Flaschen auch für neue Flaschen verwendet, der Rest zu Folien, Fleece und ähnlichem verarbeitet - oder landet irgendwo im Ausland.

Regional befüllte Mehrwegflaschen aus PET, die bis zu 25 Mal wiederbefüllt werden, können den Glasflaschen in Punkto CO2-Bilanz zwar mindestens ebenbürtig sein, jedoch fanden Forscher gewisse Mengen an Mikroplastik. PET-Flaschen enthalten immerhin keine Weichmacher, aber ob Umwelthormone freigesetzt werden, gilt als umstritten.

Zudem können Flaschen, die erwärmt wurden – zum Beispiel im Sommer in Autos – unbedenkliche Mengen des in hohen Mengen krebserregenden Stoffes Acetaldehyd ins Wasser abgeben - ein Stoff, der sich schon weit vor Erreichen der Grenzwerte geschmacklich bemerkbar macht.

Schlecht für die Umwelt, aber gut zum Basteln

Statt Wasser aus umweltschädlichen Plastikflaschen sollten wir besser günstiges und gesundes Leitungswasser trinken, übrigens etwa 2-3 Liter pro Tag. Aber immerhin: Überflüssige PET-Flaschen eignen sich gut zum Basteln.

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In Netzbastel-Ausgabe 133 surft unser Radio-Maker Moritz Metz durch die Fluten von PET-Flaschen-Lifehacks und -Bastelprojekten. Von Spritzgebäck-Quetschen, improvisierten Schuhen und einem Deko-Glitzerschneemann über allerhand Aufbewahrungs-Tricks, einem scheinbar endlos laufenden Heronsbrunnen oder passiven Deckenlampen bis hin zu geflochtenen Schirmlampen oder ganzen Häusern - aus PET-Flaschen lässt sich unfassbar viel herstellen.

Moritz entscheidet sich für zwei Werkzeuge zum Herstellen von Schnüren und Seilen aus PET-Flaschen. Und er baut und startet eine einfache PET-Flaschen-Wasserrakete. PET-Flaschen zum Mond schießen – Wenn es denn nur so einfach wäre!

PET-Flasche
© Moritz Metz | Deutschlandfunk Nova
PET-Flaschen werden vor dem Befüllen aus sogenannten Preforms (oder "Petlingen", wie Geocacher liebevoll sagen) im Spritzstreck-Blasverfahren aufgepustet.
PET-Flasche
© Moritz Metz | Deutschlandfunk Nova
Aus alten PET-Flaschen lässt sich erstaunlich robuster Faden herstellen.
PET-Flasche
© Moritz Metz | Deutschlandfunk Nova
Trägt Kisten oder Menschen. Das Potsdamer Projekt "TrussFab" baut aus PET-Mehrwegflaschen und 3D-gedruckten Verbindungsstücken überaus solide Wabenstrukturen.
PET-Flasche
© Moritz Metz | Deutschlandfunk Nova
Moritz versieht einen Gartenschlauch per Schlauchschelle mit einem Autoventil und einem Kupplungstück. Dessen Gegenstück klebt er mit Epoxidharz in einen Flaschendeckel.
PET-Flasche
© Moritz Metz | Deutschlandfunk Nova
Die Startrampe ist auch fertig - über eine Schnur kann die Rakete gestartet werden.