Auf der Nordhalbkugel war neulich der längste Tag des Jahres. Autorin Anita Horn war auf Island - die Leute da springen ins Meer, werfen mit Äxten und spielen Fußball im Schlamm. Offenbar ein gutes Training: Am Montag spielt Island gegen England im Achtelfinale.

Im Moment ist es ständig hell auf Island. Aktiv sein, Zeit nutzen, verrückte Ideen ausbrüten… Genug Platz ist ja! Drei Einwohner pro Quadratkilometer leben auf der Insel. Wenig Mensch auf viel Land. Insgesamt sind es nur knapp 325.000. Von denen betreiben immerhin rund 1000 den traditionellen isländischen Nationalsport Glima - Nordic Wrestling.

"Beim Glima-Wrestling gehen zwei Menschen auf ein Feld und sie tanzen eine Art Walzer. Und wenn der Schiedsrichter 'Glima' sagt, dann versucht man, den anderen niederzuringen."
Der Isländer Brittir

Eisschwimmen gehört auch dazu: Obwohl es sogar auf Island im Juni kein Eis mehr gibt. Immerhin elf Grad ist das Meer warm - oder kalt. Unsere Autorin Anita geht trotzdem ohne Neoprenanzug rein. "Die Isländer machen das täglich. Ich habe alleine 15 Minuten gebraucht, um ganz unterzutauchen", erklärt sie.

"Ah tut das weh! Da zieht sich alles zusammen. Das Gute ist, es ist irgendwann nicht mehr schlimm, weil die Beine eh abgestorben sind."

Axt werfen - ein Volkssport

Mitten im Sommer scheinen die Isländer richtig durchzudrehen - und nicht nur beim Wikingersport Axt Werfen. Im Morgengrauen des 24. Julis rollen sie sich nackt auf Wiesen herum. Denn an diesem Tag sprechen Tiere, Elfen und Trolle mit den Isländern - um bestenfalls gute Gesundheit und eine prächtige Zukunft vorauszusagen. Netter Nebeneffekt: die Isländer schauen sich dabei nach potenziellen Ehepartnern um.