Mitumba, so heißt Secondhand-Kleidung in Tansania. Und fast jeder trägt Mitumba - das ist auch ein Stück Lifestyle. Die gebrauchten Klamotten kommen aus den Industrieländern - auch aus Deutschland. Klingt sinnvoll, ist es aber nur so halb.

Der Karume-Markt in Daressalaam, der größten Stadt Tansanias, ist der größte Markt für Mitumba, für Secondhand-Mode aus dem Westen. Die Klamotten kommen aus aller Welt - auch aus Deutschland. Rund 60.000 Tonnen Altkleider gehen jährlich aus Deutschland nach Afrika.

Klingt erst einmal sinnvoll, doch am Klamottenexport wird immer wieder auch Kritik laut. Gefordert wird vor allem mehr Transparenz beim Geschäft mit der Altkleidung. Denn was genau passiert mit den alten Klamotten, wenn man sie in einen Altkleider-Container wirft oder im Altkleidersack vor die Haustür stellt?

Mehr Transparenz verspricht zum Beispiel das Deutsche Rote Kreuz, das Altkleider sammelt. Jährlich sammelt das DRK 80.000 bis 100.000 Tonnen davon ein. Nur rund die Hälfte der Altkleidung ist noch tragbar. Davon wiederum gehen zehn Prozent - zwischen 4000 und 5000 Tonnen - an bedürftige Menschen direkt über lokale Kleiderläden und -kammern.

Wenig Transparenz auf dem Altkleidermarkt

Der Rest wird an Verwertungsunternehmen verkauft, die nach Afrika, West- und Osteuropa, in den Nahen Osten und nach Asien exportieren - gegen Geld. Der Gewinn, den das DRK macht - 2011 waren das rund 12 Millionen Euro - fließt wiederum in soziale Projekte.

Doch es gibt auch viele dubiose Sammler von Altkleidung, die nicht transparent machen, was mit ihren Gewinnen passiert. Es kann also passieren, dass die eigene Kleiderspende keinen karitativen Zweck erfüllt, sondern ganz und gar zur Ware wird.

"80.000 Menschen haben in den letzten fünf Jahren ihre Jobs verloren. Ein Grund dafür ist die Second-Hand Ware aus Europa."
Hillary Teri, Textil-Kleinunternehmer

Die Exporte nach Afrika stehen auch aus anderen Gründen in der Kritik. Denn die Kleidung ist dort im Verhältnis zu neu hergestellter Kleidung viel preisgünstiger. Für die Textilindustrien vor Ort sind die Altkleider aus dem Westen eine echte Konkurrenz.

In Tansania tragen rund 90 Prozent der Menschen Mitumba, also Altkleider aus dem Ausland. Die Klamotten kann sich jeder leisten und sie sind eine Lifestyle-Frage-

Wie sehr Mitumba-Mode den lokalen Märkten schadet, ist nicht einfach zu beantworten. Der Textilindustrie schaden die Billig-Klamotten. Doch an der Mitumba-Mode wiederum verdienen die Zwischenhändler und Händler in Tansania. Oder eben Näherinnen, die auf den Märkten die Kleidung direkt umnähen, falls was nicht passt.

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