Apple Pay kooperiert jetzt mit der Girokarte der Sparkassen, der Bank mit den meisten Kunden in Deutschland. Ein großer Push für die Technologie – trotzdem zeigen Umfragen: Viele Deutsche lehnen es weiter ab, mit dem Smartphone zu bezahlen.

Für mobiles Zahlen ist die Möglichkeit, seine Sparkassen-EC-Karte mit Apple Pay zu verknüpfen, seit Jahren der größte Push. Das liegt daran, dass in Deutschland die Sparkasse die Bank ist, die mit Abstand am meisten Kunden hat. Dazu kommt, dass die am weitesten verbreitete Zahlungskarte die EC-Karte ist. Das erhöht somit die Zahl der potenziellen Apple Pay Nutzer um ein Vielfaches.

Wer kein iPhone besitzt, hat die Möglichkeit, mit Google Pay mobil zu bezahlen. Auch einige Banken haben eigene Apps fürs Zahlen mit dem Smartphone. Bei diesen Apps funktioniert es genauso wie bei Apple Pay. Einfach EC-Karten-Daten einmal im Handy beziehungsweise der App speichern und die NFC Funktion des Smartphones einschalten. Beim nächsten Besuch im Café kann dann das Handy anstatt der EC-Karte auf das Terminal gelegt werden.

Mit dem Smartphone bezahlen ist unbeliebt

In einer aktuellen Umfrage von Statista haben rund 20 Prozent der Befragten angegeben, sie würde gerne immer mit dem Smartphone bezahlen. 40 Prozent aber sagten: Ich möchte nie mit dem Smartphone bezahlen. Es lehnen also weiterhin viele Kunden ab, mit dem Smartphone zu bezahlen.

"Generell ist es auf jeden Fall möglich, mobiles Bezahlen per Handy sehr sicher zu machen. Es ist aber nicht garantiert, dass die Anbieter das auch wirklich tun."
Konstantin Köhler, Netzreporter

Das könnte daran liegen, dass viele Kunden bei Finanzthemen Sicherheitsbedenken haben, vermutet Netzreporter Konstantin Köhler. Grundsätzlich sei es möglich, mobiles Bezahlen sicher zu machen. Es sei aber nicht garantiert, dass das auch alle Anbieter tun. Ein weiterer Grund dafür, dass mobiles Bezahlen abgelehnt wird, könnte laut Konstantin Köhler auch sein, dass den meisten der Nutzen noch nicht ganz klar ist. Beim Bezahlen mit dem Smartphone wird keine PIN benötigt, was sehr praktisch ist. Mit Diensten wie Apple Pay können Kundinnen auch Einkäufe in Apps oder im Web tätigen, ohne die EC-Daten noch mal eingeben zu müssen.

"Dann würde von der berühmten Dreier-Kombi Handy, Schlüssel, Portemonnaie nur noch das Handy übrig bleiben. Ich muss sagen: Gerade im Sommer ohne Jeans und Jacke fänd ich das super. "
Konstantin Köhler, Netzreporter

Konstantin Köhler gibt außerdem einen Ausblick in die Zukunft: Es würde zurzeit an vielen Technologien gearbeitet, die das Portemonnaie überflüssig machen. EC- und Kreditkarten könnten im Handy integriert werden, genauso wie Führerschein, Personalausweis und Krankenkassenkarte. In der Zukunft könne er sich vorstellen, dass Haustüren per Fingerabdruck oder mit Smartphone geöffnet werden. Wer dann aus dem Haus geht, bräuchte nur noch sein Smartphone.