Smartphone-Apps sind inzwischen fester Bestandteil der Autowelt. Und leiten fleißig - ohne Wissen des Nutzers - sensible Informationen an die Hersteller weiter.

Username, Fahrzeugidentifikationsnummer, Standorttracking - das sind nur einige der Daten, die Smartphone-Apps an Automobilhersteller weiterleiten. Das hat Stiftung Warentest herausgefunden. Gecheckt wurden 26 Android- und 13 iOS-Apps. 

Vor allem bei den Standort-Daten wird getrackt. Über den von Audi, BMW und Daimler gemeinsam gekauften Kartendienst Here werden nicht nur die Hersteller, sondern auch Google und Apple über den Standort informiert. Dabei ist es völlig unerheblich, ob sich der Nutzer im Auto befindet oder gerade beim Einkaufen ist.

"Kann ja nicht schaden, wenn wir wissen, wo unsere Autokäufer sind, scheinen sich die Programmierer gedacht zu haben."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova Netzreporter

Tesla sammelt besonders fleißig

Aber nicht nur die deutschen Automobilhersteller bekommen schlechte Kritiken beim Thema Datenschutz. Vor allem Tesla kommt sehr schlecht weg, sagt Netzreporter Andreas Noll. Aber: Tesla kündigt die Datensammelwut immerhin offen in den AGB an. Da gibt es eine lange Liste mit Kundendaten, die sich Tesla "möglicherweise" beschafft. 

Darunter unter anderem Daten aus den Sozialen Netzwerken, E-Mails, Werkstätten oder öffentliche Datenbanken. Das soll nicht nur dazu dienen, zu wissen, wann das Auto wo Zicken macht. Auch für Werbung will Tesla die Kundendaten nutzen.

Hersteller zeigen sich unkooperativ

So richtig vorbildlich in Sachen Datenschutz zeigte sich bei dem Test keiner der Hersteller. Kooperativ auch nicht. Auf ein Fragenpaket von Stiftung Warentest meldete sich nur Daimler zurück. Ein französischer Hersteller teilte mit, dass die Thematik "viel zu komplex" sei.

Weil die Tester nicht alles checken konnten, sollte der Fragenkatalog weitere Umstände klären. Zum Beispiel, was über die dauerhaft verbauten Telefonverbindungen läuft. Viele Autos haben eine eigene SIM-Karte für ihre Kommunikationszentrale. Die Klärung dieses Problems ist durchaus dringlich: Ab Ende März 2018 sind Mobilfunk-SIM-Karten in Neuwagen Pflicht in der EU, um ein Notrufsystem zu etablieren.

Eine richtige Lösung des Problems gibt es derzeit nicht. Wer seine Daten davor schützen will, so umfangreich ausgelesen zu werden, kann nur auf die Apps verzichten. Eine andere Sicherheitsmaßnahme gibt es derzeit nicht.

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