Mockumentarys wirken echt, haben aber so gut wie nichts mit der Wahrheit zu tun.. Sie sind viel mehr clevere Satiren auf Dokumentationen, tun so, als wären in ihnen alles echt und wahr und machen sich darüber lustig. Kurz gesagt: Sie sind ein ziemlich großer Spaß.

Die Mittel des Dokumentarfilms sind auch die der Mockumentary: Vermeintlich historische Aufnahmen oder: Verwackelte, unreine Bilder, scheinbar situativ geschossen. Szenen echter Dokumentarfilme werden oft spontan gedreht, ohne große Vorbereitung für Kamera und Ton. An diesem Punkt grenzen sie sich ästhetisch am deutlichsten vom Spielfilm ab. Diesen Realismus ahmt die Mockumentary nach.

Die größten Fakes der Filmgeschichte

Spinal Tap von 1984 ist die Vorzeige-Mockumentary. Was viele für eine schlechte Doku über eine trashige Band hielten, entpuppte sich als Fake und wurde zum Kultfilm. Die deutsche Antwort darauf ist die Doku über das Comeback von Fraktus, der Band, die angeblich den Techno erfunden hat. Und besonders clever ist William Karle bei Kubrick, Nixon und der Mann im Mond vorgegangen: Echten Personen wurden für diesen Film unter falschen Voraussetzungen interviewt, ihre Antworten montiert - die Mondlande-Verschwörung war perfekt.

"Wir hatten gerade meine Sojus-Mission gedreht. Und am anderen Tag drehten die Amerikaner ihre Mondlandung."
Aus Kubrick, Nixon und der Mann im Mond

Das alles ist pure Parodie: von alternden Rockstars, die nicht aufhören können bis, hin zu den nicht endenden Diskussionen über die Echtheit der Mondlandung. Aber Mockumentarys sind immer auch eine Kritik am Genre des Dokumentarfilms selbst, an der Darstellung des vermeintlich Echten, des Authentischen. Denn gute Mockumentarys zeigen, dass alles immer auch Interpretation und Konstruktion ist.