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Wir wollen mal über etwas Schönes sprechen: Was zieht ihr an, wenn ihr nach der Pandemie wieder eure Freunde treffen könnt – vielleicht sogar alle gleichzeitig auf einer rauschenden Party? Prognosen sagen: Die Mode nach der Pandemie, also im Frühjahr und Sommer 2022, wird opulent und extravagant – ähnlich wie vor 100 Jahren in den Roaring Twenties.

Wahrscheinlich haben sich die allermeisten von euch den Moment schonmal vorgestellt: die erste Party, das erste Konzert oder einfach das erste Abendessen nach Corona. Der Zeitpunkt, an dem wir uns keine – oder bedeutend weniger – Sorgen mehr um Infektionsschutz und Sicherheitsmaßnahmen machen müssen.

Die Pandemie war – Stichwort Homeoffice – dann doch eher von Jogginghosen und Jersey geprägt. Kommen Knöpfe und Reißverschluss also nochmal zurück? Wir können euch beruhigen: Ja, sagt Anke van de Weyer von Deutschlandfunk Nova. Sie hat sich angeschaut, wie die Mode nach der Pandemie aussehen könnte.

Hundert Jahre zurück

Die Jogginghose wird dabei eher keine große Rolle spielen, sagt sie. Es wird nämlich vermutet, dass die "Goldenen Zwanziger" wieder zurückkommen – also dass wir die Uhr modemäßig quasi um hundert Jahre zurückdrehen – darüber sind sich verschiedene Trendforscherinnen und Trendforscher ziemlich einig.

"Es wird vermutet, dass wir die Uhr nach der Pandemie modemäßig um hundert Jahre zurückdrehen."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Im ersten Weltkrieg waren 17 Millionen Menschen gestorben, an der Spanischen Grippe bis zu 50 Millionen. Als diese krassen Zeiten vorbei waren, ging die große Opulenz los. Es wurde viel gefeiert und bei der Mode war Glamour angesagt, erzählt Anke van de Weyer: extravagante Stirnbänder zum Beispiel oder perlenbesetzte Kleider, der Style von "The Great Gatsby".

Keine Kopie der Roaring Twenties

Die Mode, die nach Corona kommt, wird den Stil der 1920er Jahre aber nicht eins zu eins abkupfern, sondern das Ganze ist eher im übertragenen Sinne gemeint. Stilmäßig wird sich die neue Mode also schon an der Jetzt-Zeit orientieren.

Noch ist die Pandemie nicht überwunden. Wir sprechen hier also gerade von der Frühjahrs- und Sommermode 2022 – wie das Ganze dann genau aussehen wird, sei zwar noch nicht exakt vorherzusehen, sagt Anke van de Weyer. Die zukünftigen Kollektionen werden nämlich erst in ein paar Monaten gezeigt.

"Stilmäßig orientiert sich das schon an der Jetzt-Zeit: Das funktioniert über luxuriöse Stoffe und Farben oder abgefahrene Schnitte."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Die Richtung scheint aber klar: Luxuriöse Stoffe und Farben und abgefahrene Schnitte. Bei den Kollektionen für die kommende Herbst- und Wintersaison 2021/22 hat sich das bereits angedeutet: Bei vielen Labels gab es Rüschen auf Ärmeln oder an Röcken, und es wurde zum Beispiel mit Federn und Pailletten gearbeitet.

Unser Bild oben zeigt den Laufsteg der Fashion Show von Gretel Zanotti für den kommenden Herbst und Winter.

Opulenz auch bei der Kosmetik

Die Rückkehr der Opulenz soll übrigens nicht nur den Mode-Sektor betreffen, sondern auch das Thema Kosmetik, sagt Anke van de Weyer. Beispiel Lippenstift: Die Leute, die gern Lippenstift tragen, freuen sich wahrscheinlich wie Bolle, wenn die Zeit des Maskentragens endlich vorbei ist und sie keine Angst mehr haben müssen, dass die ganze Schminke nachher in der Maske hängt oder sie aussehen wie Clowns.

"Lippenstift zu tragen wird ein Symbol dafür, wieder ins Leben zurückzukehren."
Jean-Paul Agon, Chef von L‘Oreal

Jean-Paul Agon, der Chef des Kosmetikherstellers L’Oreal, hat den Lippenstift letzten Monat als "Symbol für die Rückkehr ins Leben" bezeichnet. Natürlich sagt er das auch, um möglichst viele Lippenstifte zu verkaufen, klar. Allerdings kommt die Prognose nicht nur aus dieser Richtung, weiß Anke van de Weyer. Beispiele:

  • Der belgische Mode-Designer Raf Simons hat gegenüber der belgischen Zeitung "De Morgen" von den "goldenen Zwanzigern" gesprochen.
  • Die niederländische Trendforscherin Christine Boland hat dem Online-Portal Fashion United gesagt, sie geht davon aus, dass die Menschen wieder stärker das Bedürfnis danach haben werden, sich herauszuputzen.
  • Die niederländische Trendforscherin Lidewij Edelkoort hat in einer Online-Veranstaltung gesagt: "Spaß zu haben und das Leben zu feiern wird sehr wichtig werden".

Natürlich sind alle diese Prognosen davon abhängig, wie sich die Pandemie weiter entwickelt und welche Auswirkungen sie auf die Wirtschaft haben wird.