Schicke Klamotten in Übergröße waren bislang schwer zu bekommen. Seit einiger Zeit ändert sich das. Immer mehr Magazine haben Plus-Size-Models auf ihren Covern. Die Mode-Bloggerin Luciana Blümlein hat uns ihre Favoriten gezeigt.

Mit ein bisschen mehr auf den Rippen ist es schwer, etwas zum Anziehen zu finden. Erst recht gute, aktuelle und exklusive Mode in Übergrößen - für Frauen vielleicht sogar noch schwieriger, als für Männer. Jetzt ändert sich das, die Gegenbewegung zum Schlankheitswahn kommt.

"Ich bekomme viele Nachrichten von Frauen die sich dank mir endlich getraut haben, mal ein Kleid anzuziehen. Was eigentlich kein Problem sein sollte."

Hauptsächlich im Ausland hat sich viel getan, meint Luciana Blümlein. Zum Beispiel findet sie die Amerikanerin Tess Holiday erwähnenswert. Sie ist das erste richtig bekannte Übergrößenmodel mit der US-Größe 22 (bei uns ungefähr Größe 52). "Das ist ein richtig heftiges Ding", meint die Bloggerin aus Hamburg. Aber auch andere Plus-Size-Models werden immer bekannter. Ashley Graham ist ihre persönliche Favoritin, weil sie auch in der Sports Illustrated war, "die eigentlich nur die besonders Schlanken mit möglichst großen Brüsten abbildet." 2015 wurden Übergrößen auch mal etwas nackter präsentiert.

Die Reaktionen in ihrem Blog sind gemischt. Früher gab es mehr negative, mittlerweile hat sich das geändert. Einige Frauen trauen sich durch den Blog endlich mal ein Kleid anzuziehen, berichtet Luciana Blümlein. Sie ist gegen Regeln oder No-Gos in der Mode. Sie findet es richtiger anzuziehen was gefällt und passt. Im Zweifel müssen es eben zwei Größen größer sein. Größe 36 ist kein Muss.

"Der typische schwarze Sack ist auch ganz großer Blödsinn. Der muss auch über den Körper fallen und versteckt nicht wirklich, wenn man dicker ist."

Viele schöne Kleider in Übergröße gibt es online, bei Asos zum Beispiel oder dann doch auch bei H&M, sagt Luciana Blümlein. Grundsätzlich gebe es auch kein Kleidungsstück, das verboten sei. "Lieber ausprobieren, worin man sich wohlfühlt", meint sie. Besonders im Winter machen Wohlfühlstoffe wie Kaschmir mehr Sinn als Polyester - in dem man als dicker Mensch noch mehr schwitzt.

Promikollektionen machen "Plus Size" salonfähig

Gossip-Frontfrau Beth Ditto bringt im Februar 2016 ihre Kollektion in Übergröße raus. "Das wird vintageinspiriert mit Prints und vielen Stickereien", soweit ist sich Luciana Blümlein sicher. "Und Beth steht für gute Passform." Der Erfolg wird aber davon abhängen, wie teuer die Teile werden, ahnt sie. Das aktuelle T-Shirt von Beth Ditto und Jean Paul Gaultier kostet immerhin 150 Dollar. Wenn bekannte dicke Frauen solche Kollektionen rausbringen, hilft es dabei das Thema positiv zu besetzen.

Neben den amerikanischen Entwicklungen, gibt es in Deutschland zum Beispiel die Curvey-Messe, wo es nur um Plus-Size geht. Oder die Plus-Size-Fashion-Days in Hamburg - mit Messe, Workshops und einer Fashionshow, bei der auch Luciana Blümlein schon mitgelaufen ist. Außerdem macht das deutsche Bodylove-Projekt mit Aktionen auf sich aufmerksam. Luciana Blümlein will mit ihrem Blog noch mehr für die Bodylove-Bewegung tun und vielleicht sogar selber in Unterwäsche laufen - wenn sie sich traut. Mehr auf ihrem Blog: luziehtan.de