Heute können wir unsere Songs einfach mitnehmen: Auf einen fetten MP3-Player passen etwa 200.000 Minuten Musik. Und wem haben wir das zu verdanken? Der MP3. Vor 20 Jahren wurde sie in Deutschland entwickelt.

Um ganz genau zu sein: Vor 20 Jahren wurde der Name MP3 ausgewählt und zwar per Mehrheitsentscheid. Das Team um den Entwickler Karlheinz Brandenburg am Fraunhofer-Institut entschied sich am 14. Juli 1995 für die Abkürzung MP3.

Mit dem MP3-Format konnten Dateigrößen um rund 85 Prozent eingedampft werden. Damals - mit weniger Speicherplatz auf Festplatten und auch viel geringeren Übertragungsgeschwindigkeiten im Netz - war es um so wichtiger, Dateigrößen zu schrumpfen. Die Entwicklung aus Deutschland hat die Musikindustrie geprägt.

Auf dem Boden sitzen drei Entwickler des Fraunhofer Instituts zusammen. Zwischen ihnen steht unter anderem ein Telefon. Das Foto ist von 1992.
Olympische Spiele 1992: Das Entwicklerteam vom Fraunhofer Institut bastelt an ASPEC, einem MP3-Vorgänger. Die deutschen Privatradiosender übertrugen damit ihr Programm nach Hause - per ISDN-Leitung.

Die Komprimierung funktioniert, indem Informationen weggelassen werden. Dafür analysiert eine Software, welche Bestandteile des Audiosignals ein normaler Hörer nicht wahrnimmt. Man spricht von psychoakustischer Komprimierung: Es werden nur für den Menschen wahrnehmbare Informationen gespeichert. Weggelassen werden dagegen zum Beispiel sehr leise Geräusche kurz vor oder kurz nach sehr lauten Geräuschen.

Aber es gehen eben auch Informationen verloren. Deshalb gab es auch viel Kritik an der MP3. Profi-Hörer waren entsetzt. Doch es hat sich gezeigt, dass es um Feinheiten geht, die vielleicht eher gefühlt als wirklich gehört werden.

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