Jedes Jahr aufs Neue haben es Stechmücken auf unser Blut abgesehen. Wir geben euch Tipps, wie ihr den ewigen Abnutzungskampf zwischen Mücke und Mensch für euch entscheiden könnt.

1. Weniger Alkohol trinken

Forscher aus Regensburg haben Gelbfiebermücken nüchterne und angetrunkene Menschen zum Stechen vorgesetzt. Ergebnis des Experimentes: Die Mücken stachen eher die Menschen mit Alkohol im Blut. 

Die Mücken wurden vermutlich von der höheren Hauttemperatur der Angetrunkenen angezogen, denn Mücken mögen warme Haut. 

“Es ist nicht so, dass die Mücken dann betrunken wegfliegen, also der Alkohol hat nicht die Wirkung bei den Mücken wie er sie bei den Menschen hat.“
Mückenforscher Norbert Becker von der Uni Heidelberg

So viel saufen, dass auch die Mücken besoffen werden, das funktioniert leider nicht, sagt Mückenforscher Norbert Becker von der Uni Heidelberg.

2. Helle Kleidung tragen

Um Mücken nicht auf sich aufmerksam zu machen, sollten wir helle Kleidung tragen. Mücken stehen eher auf dunkle Farben wie Schwarz und Marineblau. 

Die Kleidung sollte aber auch nicht zu dünn sein, denn der über ein Millimeter lange Rüssel der Mücke, durchbohrt ein Seidenkleidchen ganz mühelos.

3. Nicht bewegen

Mücken mögen den Duft unseres Körpers. Besonders anziehend wirken auf sie Ammoniak, Milchsäure und Fettsäuren, die unsere Haut absondert. 

“Wenn man joggt ist man für eine Mücke attraktiver, als wenn man irgendwo an einem See sitzt und angelt.“
Mückenforscher Norbert Becker von der Uni Heidelberg

Wenn wir Sport machen und ordentlich schwitzen, erhöht sich der Anteil von Milchsäure am Körpergeruch - und auch die Mücken werden stärker angelockt. Menschen, die sowieso nicht so viel schwitzen, haben da einen natürlichen Vorteil.

4. Sich mit Mücken-Opfern umgeben

Jeder von uns bietet einer Mücke sein ganz individuelles Duft-Bouquet an. Das liegt wahrscheinlich zum Teil an unseren Genen. Englische Wissenschaftler haben dazu vor zwei Jahren ein Experiment mit eineiigen und zweieiigen Zwillingen durchgeführt.

Die eineiigen Zwillinge - mit weitgehend gleichen Genen - wurden ungefähr gleich oft gestochen. Bei den zweieiigen Zwillingen - mit deutlicheren genetischen Unterschieden - bekam einer von beiden mehr Stiche ab. Andere Untersuchungen kamen zu dem Schluss, dass dicke Menschen und schwangere Frauen besonders beliebte Mücken-Opfer sind.

Wer seinen Mitmenschen also mehr Mückenstiche gönnt als sich selbst, sollte sich möglichst mit einem der Opfertypen umgeben.

5. Anti-Mücken-Mittel benutzen

Bei Anti-Mückensprays gibt es qualitativ ziemliche Unterschiede. Das liegt an den verschiedenen Wirkstoffen. Die Substanz „DEET“ ist schon seit Jahrzehnten in Malaria-Gebieten erprobt: Es hält Mücken um sieben Stunden von Menschen fern, hat aber auch ein paar Nachteile, sagt Parasitologe Heinz Mehlhorn: Es klebt, riecht unangenehm und kann in die Haut eindringen. Ob das „DEET“ auch schädlich für unsere Gesundheit ist, bleibt umstritten.

Daneben gibt’s noch den Wirkstoff „Icaridin“. Der gilt als hautverträglicher, wehrt aber die Mücken nicht ganz so lange ab. Aber auch pflanzliche Anti-Mücken-Mittel mit ätherischen Ölen halten Mücken auf natürliche Weise ohne zusätzliche Chemie ab. Aber leider nur für ungefähr eine halbe Stunde.

“Pflanzenöle haben prinzipiell eine ganz ganz kurze Wirkung, weil sie nur in ganz beschränkter Menge auf der Haut sind.“
Heinz Mehlhorn, Parasitologe von der Uni Düsseldorf

6. Nicht atmen (Bitte nicht nachmachen!)

Blöderweise ist ausgerechnet unsere Atemluft das Lockmittel Nummer Eins für Stechmücken. Sie erkennen das in der Luft enthaltene Kohlendioxid schon aus 50 Metern Entfernung und finden zielsicher unseren Körper.

“Die Atemluft, das Kohlendioxid, lockt die Mücke an. Also wenn Sie fünf Minuten nicht atmen, haben Sie kein Mückenproblem.“
Mückenforscher Norbert Becker von der Uni Heidelberg