Er lässt sich feiern, obwohl es eigentlich nichts zu feiern gibt: Präsident Robert Mugabe hat Simbabwe in den letzten 35 Jahren komplett heruntergewirtschaftet - und lädt jetzt zu einer pompösen Geburtstagsparty.

Nächstes Wochenende feiert Mugabe seinen 91. Geburtstag - mit einer eine-Millionen-Dollar-Party mit rund 20.000 Gästen. Auf der Speisekarte: unter anderem Löwen und Elefanten. Klar, dass dieses Menü Tierschützern auf den Magen schlägt. Und auch sonst ist vielen Beobachtern nicht zum Feiern zumute. Das Geld für die Feier könnte das bettelarme Land viel besser an anderer Stelle gebrauchen. Robert Mugabe lässt die Kritik kalt, sagt unser Korrespondent Jan-Philipp Schlüter. Er lädt in ein Luxushotel mit Golfplatz, direkt an den Victoriafällen an der Grenze zu Sambia. Los geht es am Freitag mit einer Musikgala. Am Samstag steigt dann eine Party.

Unter den Geladenden: Mugabes gesamte Familie und alles, was in Mugabes Zanu-Partei Rang und Namen hat. Das Motto des Tages: Speichellecken - denn jeder, der eingeladen ist, will es sich mit dem greisen Staatsoberhaupt nicht verscherzen.

Zehn Dollar von jedem Lehrer

Bleibt die Frage, wer Mugabes Geburtstagsparty bezahlt. Das ausgefallene Menü wird gespendet und sonst sind alle Bürger von Simbabwe aufgefordert, ihren Obolus zu leisten. Auch Wirtschaftsunternehmen sind angesprochen worden - wer nicht sofort zahlte, wurde offenbar von Mugabes Zanu-Partei bedroht, erzählt Jan-Philipp Schlüter. Auch jeder Lehrer musste zehn US-Dollar abdrücken. Die maroden Staatsunternehmen kutschieren die Gäste mit Bussen zur Party.

"Fakt ist: Simbabwe kann sich so einen Quatsch eigentlich nicht leisten."
Korrespondent Jan-Philippe Schlüter über die Geburtstagsparty von Robert Mugabe

Und das alles in einem Land, in dem sieben von zehn Simbabwern keinen Job haben und Lehrer und Beamte Gemüse verkaufen müssen, weil sie von ihrem Einkommen nicht leben können. Trotz allem regt sich kein Protest in der Bevölkerung - weil sich in den vergangenen 35 Jahren gezeigt hat, dass das nichts bringt. Und so ist öffentlich nur Geschleime und Glückwunschbekundungen zu hören. - während die Mehrheit der Bevölkerung damit beschäftigt ist, zu überleben.

Ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk hat die Europäische Union parat: 237 Millionen Euro an Entwicklungshilfe. Nachdem Simbabwe zwölf Jahre lang mit Sanktionen belegt war. Offenbar hat die EU eingesehen: Sie kann Mugabe nicht aus dem Amt treiben, indem sie den Geldhahn zudreht.