Die Backstreet Boys sind zurück. 20 Jahre, nachdem sie ihren großen Erfolg hatten, und eine ganze Teenie-Generation sich heiser gejubelt hatte. Die Teenies von damals? Das sind wir selbst. Unsere Reporterin Ina Plodroch hat sich das Phänomen angeschaut.

Letztens auf einer Party, da liefen sie wieder: die Backstreet Boys. Und dabei bleibt es nicht. Noch bis März 2018 treten die Backstreet Boys drei Mal pro Woche in Las Vegas auf. Außerdem feiern Boyzone ihr Comeback. Und in Deutschland tourt gerade ein Boygroup-Musical.

"Morgens vor der Schule habe ich den Fernseher angeschaltet, um zu gucken, ob vielleicht zufällig ein Video von denen läuft."
Sümeyra, ehemaliges Fan-Girl der Backstreet Boys

Sümeyra war ungefähr 13 Jahre alt, als sie die Backstreet Boys so richtig verehrte. Wenn sie im Fernsehen ein Video von der Band sah, dann hat sie das glücklich gemacht. Wenn es nach drei Minuten vorbei war, war sie traurig. Diese fünf Typen aus der Boygroup waren damals eben so ganz anders als die Jungs in ihrer Klasse.

"Da waren dann plötzlich fünf Typen, die in ihren Songs das völlig offengelegt und mir irgendwie ihre Liebe gestanden haben und das fand ich ganz toll."
Sümeyra, ehemaliges Fan-Girl der Backstreet Boys

Während wir alle die Backstreet Boys kennen, haben aber vermutlich viele von uns noch nie den Namen Lou Pearlmann gehört. Dabei ist er derjenige, der damals diese geniale Idee zu der Band hatte. Genial, weil sein Konzept aufgegangen und viel Geld gebracht hat. Der Erfolg von New Kids On The Block brachte ihn auf die Idee, das auch zu versuchen und er schaltete eine Zeitungsannonce. Er suchte unterschiedliche Jungs: einer süß, einer sportlich, einen perfekten Schwiegersohn und einer, der nicht besonders auffällt.

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Brauchen wir 20 Jahre später noch diese Boygroup-Songs?

Sümeyra glaubt, dass es zumindest gut funktioniert - aus Nostalgie. Wenn heute ein Backstreet-Boys-Hit auf einer Party läuft, dann können alle mitgrölen. Und das, obwohl - wenn man es sich mal ganz nüchtern überlegt - die Boybands so ziemlich das Grässlichste sind, was die Musikindustrie zu bieten hat: Sie sind wenig authentisch, voll durchgeplant und außerdem haben sie nicht mal Instrumente auf der Bühne.

Und trotzdem sind sie irgendwie immer noch beliebt: Take That sind wieder erfolgreich - in den Charts und als Musical in Großbritannien. New Kids On The Block versuchen es ebenfalls hin und wieder mit einem Comeback. Und die Backstreet Boys geben eben auch immer noch Konzerte. Zufälligerweise war Sümeyra gerade in Las Vegas, als die Backstreet Boys dort aufgetreten sind - zumindest auf der Aftershow Party.

"Es ist eher so, dass man sich zurückerinnert, ein bisschen nostalgisch wird und sich auch freut, dass man so eine Zeit erlebt hat, in der man mit den Freundinnen gemeinsam geschwärmt hat."
Sümeyra, ehemaliges Fan-Girl der Backstreet Boys

Eine Grenze hat das Boybandrevival aber doch: Es entstehen derzeit so gut wie keine neuen Boy Groups. Selbst One Direction haben sich aufgelöst. Es ist also bloß der übliche Nostalgierhythmus der Musikindustrie: In den 90er Jahren war es die Musik der 70er, die ihr Revival gefeiert hat. Und jetzt sind wir mit unseren Hits aus der Teeniezeit dran. 

"Und wenn ich dann die Lieder höre und mitgröle, dann denke ich so: Ja, das ist mein Lied, das gehört mir."
Sümeyra, ehemaliges Fan-Girl der Backstreet Boys
Fans auf einem Backstreet-Boys-Konzert
© dpa
Fans auf einem Backstreet-Boys-Konzert