Musikmachen verändert unser Gehirn. Menschen, die früh ein Instrument spielen, können besser reden, besser lesen und einfach besser lernen. Das soll aber auch funktionieren, wenn man erst relativ spät mit Musik anfängt.

Dass Musikmachen der Grund für positive Veränderungen im Gehirn ist, lässt sich schwierig nachweisen. Die Northwestern University in den USA hat dazu Jugendliche miteinander verglichen: Eine Gruppe machte zwei Stunden am Tag Musik, die andere Sport.

Musik verändert das Gehirn

Die Schüler wurden einmal vor dem Experiment getestet und dann über drei Jahre lang immer wieder. Die Sprachfähigkeiten wurden bei allen besser, bei der Musikgruppe waren diese Veränderungen aber viel stärker ausgeprägt. Die Musikschüler konnten auffällig besser mit Silben und Worten umgehen oder Reime finden. Ihr Gehirn reagierte anders auf Geräusche, als das der Sportgruppe.

"Musikkurse sind an klammen Schulen ja immer das Erste, woran gespart wird, aber genau die bringen Schülern wahrscheinlich viel mehr als man denkt."
DRadio-Wissen-Autorin Sophie Stigler

Natürlich geht es bei den Forschungen nicht ums Reimen. Vielmehr lassen die Ergebnisse Rückschlüsse auf das Lernen an sich zu. Und das fällt schwerer, je älter man wird. Die Lernbereitschaft des Gehirns geht aber eigentlich in der Pubertät schon zurück. Genau das war bei den musizierenden Schülern in der Studie aber nicht so. Sie blieben lernfit.

Mit Musik lässt sich das Zeitfenster für leichtes Lernen also länger offen halten. Ob das nur für Teenager gilt oder auch bei Erwachsen klappt, müssen die Forscher noch überprüfen.