In Berlin oder Hamburg, wird seine Musik nicht ernst genommen. Weil sie aus München kommt, meint Sebastian Schnitzenbaumer. Er will jetzt vor dem Verwaltungsgericht gegen das Trachten-Image der Stadt klagen.

Der Münchener Musiker und Label-Inhaber Belp, mit richtigem Namen Sebastian Schnitzenbaumer, hat es satt. Er sagt: Das Münchner Image rund um Oktoberfest, CSU und FC Bayern schadet ihm und seinem Label. Innerhalb Deutschlands werden seine Produktionen oft nicht ernst genommen - und das nur, weil sie aus München sind.

Politische Bands? Doch nicht aus München

Produktionen im Alternative- und Punkbereich mit politischen Texten passen sehr gut zu Hamburg oder Berlin, zu den Münchner Produktionen von Schnitzenbaumer kam im Netz die Rückmeldung: "Das hör ich mir gar nicht erst an. FC Bayern und so…"

"Wir haben Probleme Sachen an den Mann zu bekommen und da geht es um Geld. Das ist eine Logik die in München sehr gut funktioniert, da die Stadt sehr geldorientiert ist."
Sebastian Schnitzenbaumer

So etwas könnte natürlich zu einem finanziellen Problem werden. Und genau da setzt die Argumentation von Schnitzenbaumer an. Der Tatbestand, um den es vor Gericht gehen soll, lautet "entgangener Gewinn". Das ist Wirtschaftslogik und eben keine Frage, ob Kunst gut ist oder schlecht.

Münchener Musiker und Label-Inhaber Sebastian Schnitzenbaumer

Mittlerweile gibt es eine ganze Bewegung und viele Künstler aus der Stadt, die das Problem sehen, erzählt der Produzent. Ihre Anwälte sind auch Teil der Szene. Der konkrete Klagetext wird sich bestimmt noch mal ändern, meint Schnitzenbaumer, aber grundsätzlich wird es so gehen. Trotzdem geht es ihm in Bayerns Hauptstadt nicht schlecht und weg will er auch nicht. Aber der Präzedenzfall soll auf die Situation mit dem Image aufmerksam machen: "Die Klage ist humorvoll gemeint, trotzdem ist es uns in der Sache ernst", unterstreicht er.

Münchener Produktion von Schamoni: LeRoy - Skai