Ein Coffee-to-go, ein Muffin auf die Hand: Die ganz kleinen und einfachen Verbrauchsgüter machen unseren Alltag so leicht und bequem. Wie fühlen wir uns eigentlich dabei? Das fragt der Literaturwissenschaftler Heinz Drügh in seinem Vortrag.

Die Supermärkte sind gut gefüllt, unsere Wohnungen sind beheizt, wir können alles, was wir zum täglichen Leben brauchen, jederzeit und fast überall kaufen: Unser Leben ist ganz schön bequem – kurz: convenient. 

Lebensinhalt Konsum

So richtig lässt sich dieser Begriff nicht übersetzen, findet Heinz Drügh. In seinem Vortrag erklärt er, was damit gemeint ist und was für Gefühle wir mit Convenience verbinden.

"Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Das heißt nicht, dass Konsum vor allem im Erwerb von Rolex-Uhren oder Ferraris besteht. Konsumiert wird meist auf unglamouröse Weise."

Auf der einen Seite ist da die Banalität und Leere, die uns ergreifen kann, wenn wir abends gemütlich ein Fertiggericht futtern, während wir unsere Lieblingsserie gucken. Oder das schlechte Gewissen, das an uns nagt, weil wir nichts Nützliches mit unserer Zeit und unserem Geld anfangen, nur Latte Macchiato schlürfen oder neue Schuhe kaufen.

"Konsum bedeutet heute, dass wir ohne großes Aufheben auf eine Vielzahl von annehmlichen Gütern zurückgreifen können, deren Nachschub wie selbstverständlich gesichert ist."

Diesem sogenannten kleinen Konsum kann auch eine Poesie und Schönheit innewohnen. Das zeigt Heinz Drügh am Beispiel von zwei neueren Romanen: "My Year of Rest and Relexation" von Ottessa Moshfegh und "Convenience Store Woman" von Sayaka Murata.

Heinz Drüghs Vortrag trägt den Titel "Convenience. Konsumwelt als kleines Gefühl". Er hat ihn am 04. Dezember 2018 im Rahmen der Reihe "Kleine Gefühle" am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen gehalten.

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