Um mit seiner Punkband "Stellwerkstörung" einen Euro auf einer Musikstreaming-Plattform zu verdienen, müssen die Songs unseres Reporters Ferdinand Meyen 12.500 Mal gestreamt werden.

Unser Reporter Ferdinand Meyen hat mit seiner Band "Stellwerkstörung" sein erstes Musikalbum produziert und veröffentlicht. Ein Label hat er nicht. Um seine Musik zugänglich zu machen, ist er darauf angewiesen, sie auf Musik-Streaming-Diensten zu veröffentlichen. Allerdings läuft das über den Weg von sogenannten Aggregatoren-Websites. Die verlangen dann rund 20 Euro pro Jahr, dass sie Songs auf Spotify hochladen, damit sie öffentlich verfügbar sind.

"Gerade als Musiker, der noch nicht an Reichweite gewonnen hat, der noch nicht bekannt ist, ist es das absolut Wichtigste, in diese sogenannten Inhouse-Playlisten reinzukommen. Wie zum Beispiel Rap-Kaviar, das wär jetzt eine für Hip-Hop."
Darius studiert Marketing, arbeitet bei einem Musiklabel und spielt in einer Band

Wer möchte, dass seine Songs von richtig vielen Usern gehört werden, muss auf sogenannte Inhouse-Playlisten aufgenommen werden. Diese Playlisten sind nach Musikgenres unterteilt und enthalten oft Neuerscheinungen von sowohl etablierten Künstlern als auch Newcomern. Viele, die über Spotify neue Songs entdecken wollen, hören diese Playlisten durch, die oft an bestimmten Tagen aktualisiert werden, wie zum Beispiel die "New Music Friday"-Playlist. Unser Reporter Ferdinand Meyen weiß, dass es für Bands hilfreich sein kann, ihre Songs denjenigen vorzustellen, die diese Listen kuratieren.

Konzert-Booker und Labels schauen auf die Größe der Social-Media-Accounts

Neben der Nutzung von Aggregatoren-Websites ist es für Newcomer-Band auch wichtig, ihre Musik auch auf Social-Media-Plattformen zu vermarkten. Vor allem, weil Musiklabels beim Scouten von Newcomern inzwischen darauf achten, wie viele Follower sie auf Facebook und Co. schon für sich gewinnen konnten. Auch für Konzert-Booker ist das ein wichtiger Hinweis darauf, ob die Band ein gewisses Potenzial hat, sodass es sich lohnt, in sie zu investieren. Denn auch für Booker kann es je nach Geschäftsmodell riskant sein, eine Location zu buchen, wenn sie anschließend auf den Eintrittskarten sitzen bleiben.

Sponsoring und bezahlte Werbung

Um die eigene Reichweite auf Social-Media-Kanälen möglichst schnell zu vergrößern, investieren viele Bands in Werbung. Unser Reporter Ferdinand Meyen hat allerdings schlechte Erfahrung damit gemacht: Die Fans seiner Punkband "Stellwerkstörung" waren über die bezahlte Werbung, die ihnen angezeigt wurde, verärgert. Dieses Vorgehen fanden sie nicht angemessen, weil es zu sehr auf die kommerzielle Vermarktung setzt, sagt Ferdinand Meyen.

"Wenn man wirklich große Ziele hat, wenn man möchte, dass die Musik von vielen Leuten gehört und entdeckt wird, ist das eine sehr gute Chance, die man nutzen sollte. Wie sollen sonst die Leute auf einen aufmerksam werden?"
Darius studiert Marketing, arbeitet bei einem Musiklabel und spielt in einer Band