Damit hat sich Jay Z wohl keinen Gefallen getan: Sein Musikstreaming-Dienst Tidal kommt weniger gut an, als erwartet. Jetzt lästern schon die Musiker-Kollegen.

Was war das für eine Show zum Launch von Tidal: Jay Z hatte die erste Liga an Popstars um sich versammelt: Beyoncé, Daft Punk, Rihanna, Kanye West, Jack White und Madonna. Alica Keys verkündigte vollmundig: "Ohne Musik wäre das Leben ein Fehler" und zitierte damit Nietzsche. Tidal sollte besser sein, als alle anderen Streaming-Dienste, einfacher und vor allem fairer.

Doch nach eineinhalb Monaten zeigt sich: Bislang geht das nicht auf. Tidal hat weniger User gewonnen, als erwartet - obwohl einige der Künstler wie Rihanna dort exklusiv veröffentlichen. Es wirkt gerade so, als ob Tidal sang- und klanglos untergeht.

"Nach einem Monat war die App von Tidal auf Platz 870 im iTunes-Store. Das ist vernichtend."
Heiko Behr, Musikjournalist

Für die Fans und für die Künstler ist Tidal angetreten. Aber die Fans haben bislang nicht viel davon. 10 Dollar oder sogar 20 Dollar für bessere Soundqualität kostet Tidal monatlich. Das ist viel Geld. Gerade die Fans von Rihanna haben sich darüber schon beschwert.

Abzocke, Kommerzmist

Und auch aus der Musikszene hagelt es Kritik: Künstler wie Lily Allen, Deathcab for Cutie oder Mumford & Sons kritisieren Tidal als Abzockmodell. "Der Imageverlust war so krass, dass Jay Z zwischendurch auf Twitter schon um mehr Zeit gebettelt hat", sagt Musikjournalist Heiko Behr.

Und es gibt noch einen technischen Grund, der Tidal im Weg steht: Die gewollt hohe Qualität der Downloads interessiert offenbar nicht genügend User. Sie ist sogar ein Hindernis, denn die Tidal-Daten sind viel größer als Downloads von anderen Diensten. "Ohne WLAN hat man da schnell ein Problem", sagt Behr. "Man muss warten - und das will ja heute keiner mehr".

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