Hä? Was soll das denn heißen? Gemeint ist: "Here we are now, entertain us." Eine der berühmtesten Zeilen aus dem Nirvana-Song "Smells like Teen Spirit". Aber vielleicht hat Kurt Cobain bewusst genuschelt beim Singen, um die Spekulationen über den Sinn des Liedes noch etwas anzuheizen.

Dass wir uns bei Songtexten regelmäßig verhören und dem Lied oft einen ganz anderen Sinn geben, als es ursprünglich hatte, ist ziemlich verbreitet. Am liebsten hören wir, was uns gerade nahe geht. Das ist dem Geisteswissenschaftler Kevin Dettmar vom Pomona College in Kalifornien aufgefallen, als er ein Buch über seine Lieblingspunkband "Gang of Four" schreiben wollte. Bei seinen Recherchen stellte er fest, dass er sich öfter mal deutlich verhört hatte. Zum Beispiel glaubte er, die Band würde die Energiepolitik der britischen Regierung kritisieren wegen eines angeblichen Ölfundes unter Kohleminen – "there may be oil under our coal". Stattdessen singt die Band über Öl unter dem Felsen Rockall: "There may be oil under Rockall".

Wir hören, was wir hören wollen

Grund genug also für den Wissenschaftler noch weitere Missverständnisse aufzudecken wie "Here we are now in containers" - zumindest könnte man das aus dem Genuschel von Kurt Cobain, dem Frontsänger von Nirvana, heraushören. In Wirklichkeit sang der vor 20 Jahren verstorbene Kurt aber "Here we are now, entertain us." Kevin Dettmar glaubt, dass hinter dem Genuschel mancher Sänger auch eine Strategie steckt: Wir können viel mehr Widerstand und Protest hineinhören, als die Sänger hinaussingen – wir hören uns bestätigt in dem, was uns tief bewegt: ohne Verhörer keine Ideologiekritik, keine Sexphantasien.