Ohrwürmer können wahnsinnig nervig sein: In unserem Kopf dreht sich eine nicht endende Musikschleife. Daniel Müllensiefen hat Ohrwürmer erforscht und Tests zur Messung von Musikalität entwickelt.

Sie dreht sich in unserem Kopf: immer wieder dieselbe Hookline oder dieselbe Textzeile aus dem Refrain. Wir kommen nicht darauf, wie der Titel heißt und suchen im Netz nach dem Namen. Es ist zum Wahnsinnigwerden. So einen Ohrwurm haben 90 Prozent der Leute ein bis zwei Mal pro Woche.

Es gibt nur ganz wenig Menschen, die dieses Phänomen nicht kennen, sagt Musikpsychologe Daniel Müllensiefen. Und je öfter man selbst mitsingt oder Musik macht, desto häufiger kann man einen Ohrwurm haben. Daniel hat das Phänomen erforscht und auch ein Austauschforum für Ohrwurm-Geplagte gegründet: Earwormery.

"Es gibt verschiedene Facetten von Musikalität: Manche erlernen ein Musikinstrument, andere stellen Musiktapes zusammen oder arbeiten als DJs und wissen genau, wann welches Lied auf der Tanzfläche gut ankommt."

Fast jeder hört gern Musik und die meisten von uns denken, dass sie einen guten Musikgeschmack haben. Aber nicht jeder würde behaupten, dass er musikalisch ist. Musikalität bedeutet aber nicht, dass man automatisch Konzertpianist für klassische Musik sein muss.

Musikwissenschaftler Daniel Müllensiefen hat Fragebögen und Tests entwickelt, um zu messen, wie musikalisch jemand ist. Der Goldsmiths Musical Sophistication Index konnte sich sofort als Standardinstrument in der Musikforschung etablieren und wurde mit einem Preis ausgezeichnet.