Es ist erst mal nur ein Test: Der Musikstreamingdienst Spotify verkauft Playlisten-Plätze für gesponsorte Songs

Was macht denn plötzlich der Song hier in der Playlist? Das könnten sich Spotify-Abonnenten in den USA und Lateinamerika gerade fragen. Der Grund: Spotify versucht ein neues Geschäftsmodell. Label und Musikfirmen sollen sich einen Platz in einer Playlist erkaufen können, um ihre Künstler so zu promoten.

Wie genau das funktioniert, darüber gibt es noch keine konkreten Informationen. Und Spotify betont, es sei wirklich erst mal ein Test mit einer kleinen Gruppe von Nutzern. Der "Sponsored Song" wird deutlich in der Playlist gekennzeichnet und kann da sofort abgespielt werden - dann taucht er nicht mittendrin in einer Playlist auf.

Das Ganze ist vor allem für diejenigen gedacht, die Spotify Free benutzen. Neben der Werbung, die bereits jetzt zwischen einzelnen Songs in den Playlisten eingespielt wird, wäre das für Spotify eine weitere Einnahmequelle. Aber auch Spotify-Abonnenten können die Funktion nutzen. Allerdings lassen sich die "Sponsored Songs" in der Bezahlvariante auch ausschalten.

Vermarktung vs. Communitygeschmack

Der neue Vermarktungsversuch von Spotify bleibt allerdings nicht ganz ohne Kritik. Denn Spotify lebt vor allem davon, eine Community zu sein, in der der persönliche Musikgeschmack zählt. Wenn sich jetzt aber Label und Musiker in die Playlisten einkaufen können, kann das sogar die Charts verfälschen. 

Das Ganze erinnert ein bisschen an "Payola" - also die Bestechung von DJs und Radiomoderatoren, die lange Zeit üblich war, um höhere Platzierungen in den Charts zu erreichen.

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