Der Weihnachtspulli gehört in England und den USA zur vermeintlich besinnlichen Jahreszeit wie bei uns Kekse und Glühwein.

Unser Moderator Thilo Jahn trägt ihn auch - einen Weihnachtspulli. Nicht nur in den USA sind die dezent verzierten Pullover zur besinnlichen Jahreszeit ein Verkaufsschlager. In Stockholm liegen sie zurzeit in fast jedem Schaufenster aus, hat Thilo Jahn beobachtet - und selbst zugeschlagen.

Im Gestrickten zur Arbeit

Begeisterungsstürme kann Thilo mit diesem Fashion-Statement bei unserer Redakteurin Tina Kießling allerdings nicht ernten. Sie setzt bei Weihnachtspullovern eher auf den Trash-Faktor - richtig hässlich muss der Pulli sein. Dafür hat sie sich den richtigen Tag ausgesucht, denn heute ist National Ugly Sweater Day - zumindest in den USA. Es geht um Abwechslung in der Vorweihnachtszeit. Jeder soll mitmachen. Also mit dem hässlichen Pullover ins Büro und am Abend geht es dann zur Ugly-Christmas-Sweater-Party.

"In den USA gibt es sogar Ugly Sweater Runs - das Startgeld wird für einen guten Zweck gespendet."
Tina "Grinch" Kießling aus der DRadio-Wissen-Redaktion

Und klar, dass sich im Mutterland des Kommerzes eine ganze Industrie um den neuen Mut zur Hässlichkeit gebildet hat. Websites versuchen, sich an gestrickten Geschmacklosigkeiten zu übertreffen. Da glitzern die Tannenbäume auf dem bauchfreien Modell für den Herrn. Und wem das noch nicht progressiv genug ist, der kann auch zu einem Modell greifen, bei dem sich eine Eisenbahn ihren Weg durch die Maschen bahnt.

Neben Entwürfen von Popstars wie den Foo Fighters oder Beyoncé sind in diesem Jahr animierte Pullover ganz vorne dabei. Etwa ein Kaminfeuer, dass dank einer Smartphone-App zum Flackern gebracht wird.

In den angelsächsischen Ländern hält sich der Trend schon seit dem 19. Jahrhundert. In den Achtzigern traten dann auf einmal auch Fernsehmoderatoren im Gestrickten vor die Kamera. In den Nuller Jahren machte man sich über ihn lustig - und jetzt ist er wieder da - in schön oder richtig hässlich.