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Mikis Weber hat fünf Jahre lang in Myanmar gelebt. Er hat dort als Schauspieler, Musiker und Model gearbeitet. Aber nach dem Militärputsch Anfang Februar hat sich alles verändert. Weil es zu gefährlich wurde, haben Mikis und seine Verlobte das Land inzwischen verlassen.

Eigentlich kommt Mikis Weber aus Bremen. Seit ein paar Jahren hatte er jedoch in Myanmar eine neue Heimat gefunden. Er ist dann dort – mehr aus Zufall – berühmt geworden: als Schauspieler, Musiker und Model. Darüber haben wir mit ihm im Januar gesprochen. Eigentlich wollte Mikis auch weiter in Myanmar bleiben, dann allerdings hat sich das Militär Anfang Februar an die Macht geputscht, die amtierende Regierungschefin Aung San Suu Kyi unter Hausarrest gestellt. Und alles hat sich im Land verändert.

Mikis Weber auf dem Cover einer Modezeitschrift.
© privat
Mikis Weber auf dem Cover einer Modezeitschrift.

Kurz nach dem Militärputsch haben wir auch darüber mit Mikis gesprochen. Damals sind hunderttausende Menschen in Myanmar gegen das Militär auf die Straßen gegangen und haben demonstriert. Mittlerweile warnen die Vereinten Nationen davor, dass der Konflikt außer Kontrolle zu geraten droht und dass Myanmar im Bürgerkrieg versinken könnte.

"Aus Myanmar rauszukommen, war nicht so einfach."
Mikis Weber, zurückgekehrt aus Myanmar

Mikis und seine Freundin haben Myanmar inzwischen verlassen, was nicht einfach war, sagt er. "Wir wurden am Flughafen bei der Ausreise noch mal zur Seite gezogen", erzählt Mikis.

Ihnen sollten die Pässe abgenommen und die Ausreise verzögert werden. "Glücklicherweise hat uns der Botschafter begleitet und die Ausreise letztendlich dann doch ermöglicht", sagt der Schauspieler. Später haben er und seine Verlobte dann erfahren, dass – nach ihrer Abreise – Soldaten ihr Haus durchsucht haben.

"Wir haben in einen der Hotspots gewohnt."
Mikis Weber, zurückgekehrt aus Myanmar

Das Paar hat in der Stadt Yangon ziemlich nah an einem der Hotspots gewohnt, wo sie jeden Tag die Unruhen und Repressalien mitbekommen haben. "Die letzten Tage haben sich dann so gestaltet, dass die Soldaten und die Polizei eigentlich fast jeden Abend – und auch tagsüber – zu uns kamen und dann die Autos bei uns zerstört haben", berichtet Mikis.

Es wurde auch scharf geschossen. Mit Zwillen haben Polizei und Soldaten auf die Fenster der Häuser gezielt, Menschen bedroht oder Leute auf der Straße zusammengeschlagen, erzählt Mikis.

"Viele Bekannte von mir, gerade aus der Medienwelt, wurden einer nach dem anderen festgenommen – oder erschossen."
Mikis Weber, zurückgekehrt aus Myanmar

Mikis Weber sagt, dass viele seiner Freunde und Bekannte aus der Medienbranche entweder geflohen sind, festgenommen oder manchmal sogar erschossen wurden. "Viele von denen, mit denen ich täglich zusammenarbeite, sind auf auf Verhaftungslisten gelandet", sagt er.

Da er als Schauspieler, Musiker und Model bekannt war und in der Öffentlichkeit gearbeitet hat, wurde er ebenfalls bedroht. Seine Familie in Deutschland habe sich Sorgen gemacht. Das war ein weiterer Grund, Myanmar zu verlassen.

"Für meine Freundin wäre es sehr heikel gewesen. Da kommt man mal eben fünf, sechs, sieben Jahre ohne Grund in hinter Gitter."
Mikis Weber, zurückgekehrt aus Myanmar

Wenn ihr mehr darüber wissen möchtet, wie Mikis und seine Freundin die letzten Monate in Myanmar erlebt haben und wie sie das Land auf den letzten Drücker verlassen haben, dann hört euch das gesamte Audio an.