Wie viele Vögel gibt es in Deutschland und vor allem welche? Um das herauszufinden, bittet der Nabu uns, vier Tage lang Vögel zu zählen.

Vögel zu zählen, scheint wieder in zu sein. Zumindest sind im vergangenen Jahr so viele Menschen dem Aufruf des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) zur Stunde der Gartenvögel gefolgt, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Und in diesem Jahr hoffen die Naturschützer auf einen mindestens ebenso hohe Beteiligung. Die Aktion findet jedes Jahr am verlängerten zweiten Maiwochenende statt. Damit schätzt der Nabu ein, welche Vogelarten in den Gärten der Dörfer und Städte in ihrer Häufigkeit zu- und welche abnehmen. 

Das sind die Ergebnisse 2017: 

Top Ten der Gartenvögel 2017
Top Ten der Gartenvögel 2017

Seit 14 Jahren lässt der Nabu durchzählen. Ziel ist es einerseits, uns dazu zu bringen, uns zumindest einmal im Jahr eine Stunde mit der Natur und den Vögeln zu beschäftigen. Auf der anderen Seite lassen sich auf der Grundlage der mit unserer Hilfe erhobenen Zahlen Naturschutzmaßnahmen planen. 

Vogelzählung lässt Rückschlüsse auf Bestand zu

Mitmachen kann jeder. Wer keinen Garten hat, kann auch in einen Park gehen. Und wer unsicher ist, ob er die Vögel erkennt - auch kein Problem: Auf der Nabu-Seite gibt es Fotos der Vögel. Und wer sie nur hört, aber nicht sieht, kann sich dort auch ihren Gesang anhören und vergleichen.  

Ausschnitt aus der Übersicht der häufigsten Gartenvögel.
Ausschnitt aus der Übersicht der häufigsten Gartenvögel beim Nabu

Wer Vögel gezählt hat, kann seine Ergebnisse auf der Internetseite eintragen. Das ist gar nicht kompliziert. Schlussfolgerungen der vergangenen Jahre sind unter anderem, dass der Spatz der häufigste Gartenvogel in Deutschland ist, es mit der Amsel hingegen bergab geht. Auf der anderen Seite gibt es Vogelarten, die ursprünglich aus Wäldern kommen und sich jetzt in Siedlungen breitmachen, zum Beispiel Meisen, Spechte und Eichelhäher. Denen geht es besser, weil die Städte tendenziell grüner werden.

"Insgesamt können wir sehen, dass es Arten, die sich ausschließlich von Insekten ernähren, eher schlechter geht. Von der Mehlschwalbe oder dem Mauersegler haben wir nur noch gut halb so viele wie vor zehn Jahren."
Lars Lachmann, Nabu

Dank der Vogelzählung weiß der Nabu, dass es vor allem den Arten, die sich ausschließlich von Insekten ernähren, schlechter geht. Das wiederum bestätigt die Befürchtung, dass der in Deutschland beobachtete Insektenrückgang Auswirkungen auf die Vogelpopulation hat.  

Im vergangenen Jahr haben laut Nabu 61.000 Menschen an der Vogelzählung teilgenommen, was ein gutes Ergebnis ist und Forschungen und Annahmen von Experten zum einen bestätigt, zum anderen absichert.

Wenn ihr mehr über Vögel wissen wollt: