Wer nachhaltiges Meeresgetier essen will, hat es schwer. Greenpeace hat jetzt den neuen "Einkaufsratgeber Fisch" herausgegeben, der Orientierung gibt.

Wer möchte, dass nachfolgende Generationen oder heute schon zum Beispiel manche Länder Afrikas Fisch als Nahrungsgrundlage fangen können, sollte sich genau überlegen, welchen Fisch er im Supermarkt kauft und welchen nicht. Es ist bekannt, und es gilt seit vielen Jahren: Die Meere sind überfischt, manche Arten sind so bedroht, dass es sie bald nicht mehr zu angeln gibt.

Welchen Fisch kann ich also noch mit gutem Gewissen kaufen und essen? Greenpeace gibt mit dem neuen Fischratgeber Orientierung, sagt aber: Bei den Gütesiegeln kann man keinem hundertprozentig vertrauen.

Es gibt mittlerweile viele Produkte, die man guten Gewissens kaufen kann, sagt Sandra Schöttner von Greenpeace. Allerdings seien Fischerei und die Ozeane ein großes Geschäft. Vieles passiere im Verborgenen und man komme vielen Abläufen - zum Beispiel dem illegalen Fischfang oder verbotenen Praktiken in der Aquakultur - gar nicht schnell genug auf die Spur.

Fisch-Check im Supermarkt

Die Angaben auf dem Etikett des Supermarkt-Fisches sind wichtig: Wo kommt er her? Wo wurde er gefangen? Die Infos können dann mit dem Greenpeace-Fischratgeber verglichen werden. Die Angaben, die dort stehen, beruhen auf Bewertungen, die die Umweltorganisation gemacht hat.

"Im Falle des Herings kann man meistens guten Gewissens zugreifen."
Sandra Schöttner, Greenpeace

Wildfischerei und Aquakultur

Es gibt zwei Arten von Fischgewinnung: Die Wildfischerei (in freier Wildbahn). Hier sind bei der Bewertung vor allem das Fanggebiet, das Subfanggebiet und die Fangmethode wichtig. Bei der Aquakultur (= Mastbetrieb im Wasser) zähle Herkunftsland und Zuchtmethode. In beiden Fällen gibt es nachhaltige und nicht nachhaltige Methoden - im Sinne von: Ökologisch vertretbar, keine bis wenig Schäden für andere Tiere und Pflanzen, Population erhaltend.

Kritik der Fischindustrie

Der Bundesverband der Deutschen Fischindustrie kritisiert die Greenpeace-Studie als "wirklichkeitsfremd". Der Umweltverband rate zum Beispiel vom Kabeljau-Kauf ab, dabei komme die Mehrzahl der Fische aus nachhaltigem Fang. Schöttner sagt dazu: "Greenpeace und die Fischindustrie haben völlig unterschiedliche Bewertungskriterien. Es genügt nicht allein, dass von einer bestimmten Fischart noch genug da ist."

Greenpeace schaue auch, was in der Meeres-Umwelt drumherum passiere:

  • Sind die Fangtechniken schädlich?
  • Gehen andere Arten mit ins Netz?
  • Zerstört ein Grund-Schleppnetz ein Kaltwasser-Korallenriff?

Über den globalen Fischfang und dessen Folgen: