Wenn mittlerweile ganze Sandstrände leergeräumt werden, um genug Beton zum Bauen herzustellen, dann ist das Warnsignal. Viele Alternativen zum Beton scheint es bisher aber nicht zu geben. Einen Anfang macht das Holzhybridhaus Skaio in Heilbronn. Auch, wenn es nicht vollständig aus Holz besteht, ist es eine nachhaltige Variante.

Wer ein Haus bauen will, der braucht Beton. Dieser Rohstoff ist aber nicht nur schlecht, weil er in der Herstellung Unmengen an Sand benötigt, sondern auch, weil dabei viel CO2 freigesetzt wird. Deswegen ist der Ruf nach Alternativen groß. Die Berliner Architekten Markus Lager und Tom Kaden haben im Rahmen der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn das größte Holzhybridhaus Deutschlands geplant. Sie sehen das auch als Beitrag zum Klimaschutz.

Holz wächst schneller nach als Sand

Der größte Vorteil, den der Rohstoff Holz gegenüber Sand hat, ist sein schnelles Nachwachsen. Während eine Fichte in 80 Jahren ausgewachsen sei, brauche ein Sandkorn mindestens 1000 Jahre, um benutzt werden zu können, erklärt der Architekt Markus Lager. Für ihr Holzhybridhaus Skaio wurden 1500 Kubikmeter Holz verbraucht, das wachse in Deutschland innerhalb von sechs Minuten nach.

"Wenn wir den gesamten Baubedarf in Deutschland mit Holzbau realisieren würden, wäre es immer noch möglich, nachhaltige Forstwirtschaft zu betreiben."
Markus Lager, Architekt des Holzhybridhauses Skaio

Nachhaltige Forstwirtschaft wäre trotz vieler Holzbauprojekte also immer noch möglich. Da kann das Sandkorn nicht mithalten.

Holz als effektiver CO2-Speicher

Holz hat noch einen weiteren Vorteil im Vergleich zu Beton und seinem Rohstoff Sand. Durch jeden verbauten Kubikmeter Holz kann langfristig gesehen eine Tonne CO2 gebunden werden. Ein Holzhaus ist also ein aktiver Klimaschützer.

"Wir halten das für die richtige Antwort auf die Frage, wie wir die Pariser Klimaziele erreichen können."
Markus Lager, Architekt des Holzhybridhauses Skaio

Zehn Stockwerke und 34 Meter nur aus Holz? Nicht ganz. Denn, um die Vorgaben der Baubehörde einzuhalten, mussten die Architekten einige Kompromisse eingehen: Das Treppenhaus besteht beispielsweise aus Stahlbeton und die Fassade aus Aluminium.

Reiner Holzbau ist bisher nicht möglich

Aluminium auch deswegen, damit das Haus in 200 Jahren theoretisch recyclebar wäre und am Ende so wenig Baumüll wie möglich entstehe, erklärt Marker Lager. Ein ganzes Hochhaus nur aus Holz dürfte auch in naher Zukunft schwer zu realisieren sein.