Der Geschenkewahnsinn beginnt wieder. Bei manchen mehr, bei anderen weniger. Aber davon mal abgesehen, können alle nachhaltiger schenken. Zum Beispiel, indem ihr Secondhand-Geschenke macht. Damit die gut riechen und gut ankommen, haben wir Tipps für euch.

Im Durchschnitt geben die Deutschen pro Kopf 522 Euro für Weihnachtsgeschenke aus. Zu diesem Ergebnis kommt die FOM Weihnachtsstudie vom November 2021.

Das ist viel Geld. Einige Menschen geben weniger aus, weil sie weniger Geld zur Verfügung haben und/oder aus Gründen der Nachhaltigkeit. Aber ganz egal, welche Gründe ihr habt, es gibt gute Ideen für Alternativen zum Neukauf, findet unsere Reporterin Ilka Knigge.

Fast alles gibt es auch als Secondhand

Wenn es nach Ilka geht, dann lässt sich so ziemlich alles Secondhand verschenken: Kleidung natürlich. Möbel, Geschirr oder Schmuck, ebenso Spielzeug, Küchengeräte, Fahrräder, Kunst, Instrumente und Sportgeräte. Und auch beim Technikkram gibt es keine Grenzen. Oder gebrauchte Kopfhörer – die lassen sich auf Online-Plattformen erstehen und zwar ordentlich gereinigt.

Kleiderschrank: Hände ziehen Klamotten auf Kleiderbügeln heraus.
Wenn gebrauchte Kleidung müffelt, soll eine Mischung aus Wodka und Wasser helfen.

Mittlerweile kaufen mehr Menschen Secondhand, auch wenn es um Geschenke geht. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos in 2018 sagte rund ein Drittel der Befragten, dass sie auch Gebrauchtes verschenken. Aber nur ein Fünftel sucht gezielt danach. Dieses Fünftel verschenkt vor allem Bücher, aber auch DVDs, Computerspiele, Smartphones, Tablets und so weiter, so Ilka.

"Als Second Hand lässt sich eigentlich alles verschenken, das nicht aus der aktuellen Saison sein muss und gut zu der Person passt, die das Geschenk bekommt."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Alle diese potentiellen Geschenke lassen sich in Vintage-Läden kaufen. Über Flohmarkt-Apps könnt ihr auch Einzelstücke erwerben. Oder Leute kündigen darüber einen Wohnungsflohmarkt an. Solche Angebote findet ihr, wenn ihr nach Wohnungsauflösung oder Wohnungsflohmarkt sucht, so Ilka. Im Netz gibt es auch viele Plattformen für gebrauchten und kontrollierten Technikkram.

Sperrmüll vor einem Haus - Bananenkiste, Sessel, Lautsprecher und alte Möbel.
Nicht nur euren alten, ausgedienten Kram verschenken. Bitte! Aus Sperrmüll werden nicht immer tolle Secondhand-Geschenke.

Das Ziel beim Schenken sollte aber nicht sein, dass ihr versucht, euren alten Kram los zu werden. Das kommt unter Umständen nicht gut an. Falls ihr aber was verschenken wollt, das bei euch ungenutzt rumliegt, dann kombiniert es mit einer neuen Sache. "Ein toller Secondhand-Pullover und dazu ein neues Buch", schlägt Ilka vor. "Oder schöne alte Whiskygläser und dazu ein Whisky."

"Das Ziel soll nicht sein, dass man seinen alten Ramsch irgendwo ablädt."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wie ihr gebrauchte Gegenstände wieder etwas aufmöbelt, dazu gibt es zahlreiche Tipps im Netz. Ilka hat zwei Highlights:

  • Wodka mit Wasser mischen und auf Kleidung sprühen. Das vertreibt den Muffgeruch aus alter Kleidung. Das behauptet zumindest der Guardian.
  • Alte Möbel, die unschön riechen, gut auslüften und Kaffeepulver darin verteilen. Das soll die Feuchtigkeit rausziehen, so Ilka. Katzenstreu soll denselben Effekt haben. Ebenso Badesalz.

Aber am Wichtigsten ist: Auch Secondhand-Geschenke solltet ihr liebevoll verpacken und beim Überreichen sagen, dass es keine Neuware ist. Und vielleicht teilt ihr sogar schon vor der Bescherung euren Plan mit, dass ihr nachhaltig schenken wollt. Dann gibt es keine Missverständnisse und die beschenkte Person kann sogar überlegen, welcher Wunsch auch als Secondhand gut funktioniert.