Die Supermarktkette Edeka will nachhaltiger werden und bietet testhalber den Kunden in Büsum in Schleswig-Holstein an der Frischetheke Mehrwegverpackungen an.

Wer sich im Büsumer Edeka an die Frischetheke stellt, kann dort eine Frischhaltedose für Käse oder Wurst kaufen, die zwischen vier und fünf Euro kostet. Der Käse oder die Wurst wird dann nicht mehr in eine Folie gepackt, sondern kann in der Dose mit nach Hause genommen werden. 

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Beim nächsten Einkauf bringt man die Dose wieder mit, gibt sie ab und bekommt kostenlos eine frische Dose für die neue Ware. Die alte Dose wird vom Supermarkt zurückgenommen, gereinigt und wieder in Umlauf gebracht, erklärt Katja Scherer.

"Falls man mal die Dose vergisst, ist das nicht schlimm. Zur Not kann man seine Sachen in Folie verpacken lassen."
Katja Scherer, Wirtschaftsjournalistin

Wenn der Test in Büsum gut läuft, dann soll dieses Mehrwegsystem auch in anderen Edeka-Filialen eingeführt werden. Allerdings ist Edeka eine Genossenschaft und die Händler sind selbstständig, entscheiden also auch selbst, ob sie die Mehrwegdosen anbieten.

Kunden haben keine Bock mehr auf Verpackungsmüll

Außer Edeka gibt es noch andere Supermärkte, die ähnliche Mehrwegsysteme testen, beispielsweise Rewe in Duisburg und Dinslaken. Beim Bio-Supermarkt Denn's dürfen die Kunden sogar eigene Behälter mitbringen.

"Das ist bei Supermärkten gerade tatsächlich ein großes Thema, Müll zu vermeiden, weil die einfach merken, dass der bei den Kunden total schlecht ankommt."
Katja Scherer, Wirtschaftsjournalistin

Aber auch andere Supermärkte versuchen, Verpackungsmüll zu reduzieren, weil sie merken, dass die Kunden keinen Bock mehr darauf haben. Der Discounter Lidl will bis 2025 seinen Plastikverbrauch um mindestens 20 Prozent senken, dadurch, dass beispielsweise Obst und Gemüse lose angeboten werden, sagt Katja. Bei Rewe sind Bananen auch nur noch unverpackt zu haben. Zusätzlich gibt es aber in rund 100 Rewe-Märkten Mehrwegnetze zu kaufen, in die die Kunden ihr Obst und Gemüse packen können.

Einige Supermärkte verzichten inzwischen auch auf die Plastikaufkleber mit der Produktkennzeichnung und lassen diese direkt auf Obst oder Gemüse aufbringen.

Beim Nachhaltigkeitsranking gewinnen die Bio-Märkte

Wer wissen will, welche Supermärkte wie nachhaltig sind, kann auf dem Online-Portal rankabrand nachsehen. Da findet ihr Informationen, ob sie auf das Tierwohl achten oder möglichst auf Produkte mit Palmöl verzichten. Bei diesem Ranking liegen Alnatura und Denn's vorne, gefolgt von Rewe, Penny. Weit abgeschlagen sind Aldi, Edeka und Lidl. Die Portalmacher kritisieren bei Lidl, dass es bei vielen Produkten keine Angaben zur Herstellung gibt.

Dafür hat Lidl zum ersten Mal einen Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt. Aldi macht das wohl schon seit 2016, sagt Katja.

Mehr über Ein- und Mehrweg bei Deutschlandfunk Nova: