@deeposits aka Michael Hülfenhaus sammelt Pfand – unter Wasser. Warum er das macht? Weil Deutschland ein Müllproblem hat. Wir sind mit ihm auf Tauchgang gegangen.

Mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen stürzt sich Michael Hülfenhaus in den Kulkwitzer See bei Leipzig. Als ihm im Mai zufällig eine Pfandflasche vor die Taucherbrille schwamm, kam ihm die Idee: Regelmäßig im See nach Pfand zu tauchen – konkurrenzlos.

Unterwasser-Pfand-Pirat
© Deutschlandfunk Nova | Martina Weber

Elfmal ist er seitdem in die unbekannten Tiefen abgestiegen. Außer in den Kulkwitzer See hat ist er noch in den Schlachtensee bei Berlin, in den Rhein bei Basel und in den Walensee bei St. Gallen abgetaucht.

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Der 34-jährige Hobbytaucher findet in bis zu etwa zehn Metern Tiefe nicht nur Pfandflaschen. Auf Instagram und Twitter postet er als @deeposits auch Bilder von Alltagsgegenständen wie Gartenstühlen oder Einkaufswagen über Handtücher oder Tauchausrüstung bis hin zu einer Kegelkugel.

Zu viel Müll landet in der Natur

Mit den Pfandflaschen wird Micheal nicht reich: 4,36 Euro hat er bisher (Stand: 20.09.2018) verdient. Aber um das Geld geht es ihm auch nicht. In Deutschland werden jährlich drei Millionen Tonnen Verpackung weggeworfen. Davon wird nur ein Drittel recycelt. Und leider landet auch viel Müll in der Natur. Zum Beispiel im Schlachtensee bei Berlin - Da hat Michael, nachdem er ein Viertel des Sees abgetaucht hatte, aufhören müssen: Er konnte seine Funde schlicht nicht mehr wegtragen.

"Im Schlachtensee habe ich etwa ein Viertel des Bereichs abgetaucht. Dann musste ich aber aufhören, weil ich es nicht mehr tragen konnte."

Michael taucht mit einer Boje, die er ebenfalls gefunden hatte. Daran macht er ein Netz fest, in das er die Fundstücke packt – sofern sie reinpassen. Seine Tauchaktionen dokumentiert er, um auf das Müllproblem in Deutschland aufmerksam zu machen. 

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Außerdem ist er in der Nachhaltigkeitsszene aktiv. Zum Beispiel entwickelt er als Mitglied des Kollektivs "Open Source Circular Economy" modulare Möbel. Zuletzt baute er auf dem Maker-Faire-Festival in Berlin einen Palast aus über 150 PET-Flaschen.

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