Auch heute Nacht hat die israelische Armee den Gazastreifen aus der Luft beschossen. Heute Morgen hat das israelische Sicherheitskabinett einer Waffenruhe zugestimmt, die palästinensische Hamas lehnt sie allerdings ab. Wie sich die Lage langfristig ändern ließe.

Natürlich wäre Israel in der Lage, den Gazastreifen zu besetzen und zu kontrollieren, sagt die Nahostexpertin Margret Johannsen. Schon jetzt kontrollieren die Israelis die meisten Grenzen und den Luftraum über dem Gebiet.

Aber, so die Expertin: Israel will den Gazastreifen gar nicht haben. Die Armee habe sich 2005 aus dem Gebiet zurückgezogen, es gebe dort keine für Israel wichtigen Heiligtümer und es sei nicht so interessant wie etwa das besetzte Westjordanland oder Ostjerusalem.

Eine Besatzung wäre völkerrechtswidrig

Der Gazastreifen sei für Israel eher lästig und sei von einer feindseligen Bevölkerung bewohnt. Dazu kommt: Eine Besetzung wäre völkerrechtswidrig. Israel müsste sich also auch noch gegen die Weltmeinung wenden.

"Eine Lösung wäre, die Besatzung insgesamt aufzugeben."

Wenn Israel kein Interesse am Ganzstreifen hat, bleibt die Frage warum sich der Konflikt nicht lösen lässt. Die harte Linie sei ein Reflex, sagt die Nahostexpertin. Israel wolle die Hamas bestrafen und sie öffentlich schwächen. Für den Staat sei ganz wichtig, nicht als Instanz wahrgenommen zu werden, die einfach abwarte.

Mit welcher Lösung Israel zufrieden wäre? Es gibt eine geografische Trennung zwischen der Westbank und dem Gazastreifen. Israel helfe es nicht, den Gazastreifen loszuwerden, weil aus diesem Gebiet nach wie vor die Forderung komme, insgesamt die Besatzung aufzugeben. Für die Palästinenser sind die beiden Gebiete eine Einheit. Eine Auffassung, die die Oslo-Verträge bestätigen.

Die Haltung in Israel dazu ist gespalten. Während Teile der politischen Klasse die Besatzung aufgeben wollen, erträumen andere Teile ein Großisrael. Und was sagt die Nahostexpertin? Magret Johannsen empfiehlt Israel, die Besatzung aufzugeben.