Manche Hoch- und Tiefdruckgebiete bleiben uns im Gedächtnis hängen. Hoch Michaela bescherte uns einen Jahrhundertsommer, Orkantief Kyrill dagegen Schäden in Millionenhöhe. Wie kommen sie zu ihren Namen?

Orkantief Kyrill richtete 2007 in Deutschland und in Nachbarländern hohe Sachschäden an, beeinträchtigte das öffentliche Leben und forderte 47 Menschenleben. Benannt wurde er nach einem Bulgaren, der die Wetterpatenschaft zum 65. Geburtstag von seinen Kindern geschenkt bekommen hatte. Der Rummel um seinen Namen wurde ihm am Ende ein bisschen zu viel.

"In den Nachrichten wurde ständig gesagt 'Kyrill brachte Millionenschaden', 'Kyrill brachte Tote' und so. In diesem Fall zwar nicht, aber generell sind die Leute schon froh, wenn bei ihrem Wetter auch was passiert."
Heiko Wiese, Wetterbeobachter an der FU Berlin

Erst 1954 regte die ehemalige Studentin der Freien Universität Berlin und spätere ZDF-Meteorologin Karla Wege an den Hoch- und Tiefdruckgebieten Namen zu geben, um ihren Weg auf der Karte besser nachverfolgen zu können. Der US-Wetterdienst hatte damit schon während des Zweiten Weltkrieges angefangen. Allerdings nur für Taifune im Pazifik. Später wurden auch Hurrikane über dem Atlantik benannt.

"Auf Wetterkarten stehen ja eh schon viele Zahlen. Mit einem Namen kann man besser verfolgen, dass das Tief, das vorher über den Azoren war, jetzt über Frankreich liegt."
Daniela Schoster, Wetterbeobachter an der FU Berlin

Früher war die Wetterbeobachtungsstation an der Freien Universität Berlin mit Mitarbeitern vom Deutschen Wetterdienst besetzt. Dann fiel der Entschluss, die Beobachtung auf den Vormittagsdienst einzuschränken. Die Studenten wehrten sich gegen diese neue Regelung und übernahmen die Spätschichten - erst einmal ohne einen Studentenlohn. Inzwischen beobachten 365 Tage im Jahr Tag und Nacht klimatische Veränderungen und dokumentieren diese in langen Listen. Diese werden dann in einen internationalen Code umgewandelt und an den Deutschen Wetterdienst geschickt.

Ein paar Studenten hatten die Idee, Wetterpatenschaften für Hoch- und Tiefdruckgebiete zu verkaufen. Ein Hoch kostet 300 Euro, ein Tief 200 Euro. Das liegt daran, dass es mehr Tiefdruckgebiete im Jahr gibt. Mit den Einnahmen werden nun die Schichten der Studenten bezahlt, die das Wetter beobachten. Jedes Jahr im Wechsel haben mal die Hoch-, mal die Tiefdruckgebiete weibliche bzw. männliche Namen.

Meteorologin Karla Wege - sie gab Hoch- und Tiefdruckgebieten erstmals Namen

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