Schnupfen ist lästig. Um wieder richtig Luft holen zu können, greifen manche zum Nasenspray. Doch die Wirkstoffe können süchtig machen. Noch schlimmer ist, wenn aus der Schnupfen- eine Stinknase wird.

Seit Wochen schleppt unser Reporter Dominik Peters eine Schnupfennase mit sich herum. Auch er hat angefangen, Nasenspray zu benutzen, weil einfach keine Besserung eintrat. Das macht er aber auch schon seit einigen Wochen, ohne dass eine Besserung auftritt. Er hat sich gefragt, ob er schon süchtig danach ist. Nach Schätzungen sind ungefähr 120.000 Menschen in Deutschland Nasenspray-süchtig. Weil es die Sprays frei zu kaufen gibt, liegen keine gesicherten Zahlen vor. Apotheker haben Dominik aber bestätigt, dass zu ihnen einmal pro Woche Stammkunden kämen, die sich ihre Ration Nasenspray abholen.

Was ist schlecht an Nasenspray?

  • Die Wirkstoffe Xylometazolin oder Oxymetazolin sorgen dafür, dass die Nasenschleimhaut abschwillt, in dem sie die Adern verengen, die die Nasenschleimhaut mit Blut versorgen. Sie wirken also nicht schleimlösend.
  • Nach ungefähr drei Wochen lässt nicht nur die Wirkung von Xylometazolin oder Oxymetazolin nach, sondern sie trocknen die Nasenschleimhaut aus.
  • Eine trockene Schleimhaut kann ihre Funktion nicht mehr erfüllen, Keime abzutransportieren und via Rotz nach außen zu befördern.
  • Gleichzeitig kann die Schleimhaut auch keine neuen Keime von außen abfangen. Diese siedeln sich dann auf Krusten und Popeln an. Das gammlige Milieu beginnt zu stinken und die Nase fängt an, faulig zu riechen - eine sogenannte Ozäna oder Stinkenase.
"Nach drei Wochen etwa tritt der sogenannte Rebound-Effekt ein. Dann schwillt die Nasenschleimhaut sofort übermäßig krass an, sobald es keinen Spraynachschub mehr gibt. Das heißt, das Verlangen kommt immer öfter und wird immer stärker."
Dominik Peters, DRadio-Wissen-Reporter

Auf Dosierung achten

Deshalb sollte Nasenspray nur bis zu zehn Tage lang und höchstens dreimal am Tag angewendet werden. Wer bereits süchtig ist, sollte das Nasenspray sofort absetzen. Die ersten Entzugstage sind hart: Dominik hatte vor allem abends eine dicke Nase, die ihn kaum einschlafen ließ. Wer das nicht durchsteht, kann sich auch langsam entwöhnen, indem er immer abwechselnd nur in das eine oder andere Nasenloch sprüht und die Dosis herunterfährt.

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Wer Nasenspray richtig anwenden will, muss sich vorher die Nase frei schnäuzen. Pro Nasenloch wird nur einmal hinein gesprayt. Am besten zielt man auf die Nasenaußenwand. Auf keinen Fall das Nasenspray, wenn es nicht aufgebraucht wurde, in der WG durchreichen oder beim nächsten Schnupfen wieder herausholen. An der Spritztülle hängen noch die alten Keime!

Alternativ kann man auch Meerwassersprays benutzen, die die Schleimhäute nur befeuchten und stabilisieren. Die volle Wirkung entfaltet das Spray erst nach drei bis vier Wochen. Außerdem helfen auch Rotlicht im Gesicht und ein Dampfbad für die Nase.